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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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Th. Wagner

Sinn des kinderlosen Lehrers und die musterhafteFührung des streng erzogenen Schülers ließen aus dersiebenjährigen Lehrzeit ein ungetrübtes Verhältnis gegen-seitiger Anhänglichkeit erwachsen, wie es nicht schönerHütte sein können.

Mit gutem Erfolge bestand Wagner im Jahre 1821das sogenannte Konskriptionsexamen, das die Künstlervom Militärdienste frei machte. Im folgenden Jahregelang es Tannecker auch, die Augen König Wilhelms I.auf ihn zu lenken. Bei einem Besuche, den der Fürstin seinem Atelier Machte, zeigte der Meister eine vondem jungen Manne erfundene und ausgeführte Skizzein Gips, den guten Hirten darstellend. Der König be-willigte Wagner 300 Gulden aus Staatsmitteln, um nochein Jahr bei Dannecker zu stndiren, und dann eine späterdreimal wiederholte jährliche Pension von 700 Gulden,damit er sich in Italien weiter ausbilden könne.

Auf die Reise durfte Wagner gleich einen schönenAuftrag mitnehmen. In die vier Wandnischen desJnnenraumes der damals von Giov. de Salucci erbautenGrabkapelle auf dem Rothen Berge, welche an die Stelledes alten Stammschlosses Württemberg gesetzt wurde,sollten die vier Evangelisten zu stehen kommen. Davonerhielt Dannecker nach eigener Wahl Johannes, Thor-waldseiG) in Rom Matthäus, welchen er durch seinen

i) Der berühmte dänische Bildhauer (1770—1844) nahm imHerbst 1819 seinen Weg nach Kopenhagen über Stuttgart, umTanneckers persönliche Bekanntschaft zu machen und die Boiisere'c-Bcrtramsche Gemäldesammlung zu sehen. Vgl. den Bericht vonRapp im Wllrtt. Jahrbuch herausg. v. I. D. G. MemmingerJg. 3 und 4 S. 105 ff.