Druckschrift 
Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
Seite
304
Einzelbild herunterladen
 

304

I. A. Gegenbaur

Könige in Bethlehems Stall, non seiner Hand besitzt.')Genrebilder hat er soviel uns bekannt ist nur einesgemalt (1836), es hängt ans dem Rosenstein und stelltein italienisches Mädchen vor, das, auf antikem Gemäuersitzend, eine Apfelsine schält; Chiaruccia (Klärchen) heißtes auf einer nach der Natur gezeichneten Bleistiftsskizze,die sich in einer seiner Mappen fand. Sehr geschützteBildnisse machte er schon in seiner ersten StuttgarterZeit, z. B. Frau Oberst von Hayn, geb. von Wucherer,Oberfinanzrat Rapp und dessen Braut, die Kinder desHofmarschalls von Seckendorfs, seinen Wangener Lands-mann und besten Freund, Rektor Bücher von Ellwangen.Ans späterer Zeit sind bekannt die Porträts von Hack-lünder, Hofmarschall Graf von Uexkull und dessenGemahlin, Domkapitular Dannecker, Professor Kuhn inTübingen und Bischof Hefele.

Im letzten Jahrzehnte seines Lebens pflegte derMeister, der sich in seiner Gesundheit nicht mehr ganzfest fühlte, den Winter in Rom znzubringen, wohin erauch früher von Zeit zu Zeit zu seiner Erholung ge-gangen war. In seiner großen Vorliebe für dasitalienische Volk ließ er sich selbst dadurch nicht irremachen, daß er bei dem vorletzten Aufenthalte in seiner

') Ein Madonnenbild von ihm kam auch in die Kirche zuSt. Jodocus in Ravensburg. Zwei mehr im Salonstil gehalteneDarstellungen der Maria mit dem Kinde im Privatbesilz sinderwähnt bei Brinzinger (S. 15), der auch sonst noch einige hiernicht genannte Bilder des Meisters auszählt. Als Fahnenbild malteer 1854 sür den Jungfraueuverein in Wangen die Himmelfahrtder Maria und denselben Gegenstand für eine Prozcssionsfahne derSt. Eberhardskirche in Stuttgart.