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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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I. I. v. Schnizer

waren, die Bildnisse der einen und die charakteristischenTypen der anderen sicher zu treffen. In der Zeichnung warer sorgfältiger, wenn auch weniger gewandt als Seele,in der Farbe kräftiger und wärmer, freilich als rich-tiger Oberschwabe zuweilen etwas bunt. Wie Seeleschuf er auch kleinere Lager- und Gefechtsscenen, dereneinige durch Lithographie vervielfältigt wurden. Dochsind es deren überhaupt nur wenige; seine großenBilder ließen ihm nicht viel Zeit dazu übrig. Er nahmsich für jedes einzelne einige Jahre; für das vonMontereau werden deren sogar acht angegeben.

Als tüchtiger Porträtmaler zeigte sich Schnizerauch in Einzelbildnissen. Zwei ganz vorzügliche Selbst-porträts besitzen seine Nachkommen; andere, besondersvon ehemaligen Kriegskameraden, finden sich da unddort im Privatbesitz. Ein im Jahre l821 geschaffe-nes Porträt von König Wilhelm, mit Feldstecher undLandkarte unter einem Baume stehend, im Hinter-grund Feldjäger mit Pferden, übertraf viele andere,die von diesem Fürsten gemacht wurden. Von NepomuckStrixner lithographirt und von den Gebrüder Boissereeverlegt, zierte es einst das Besuchszimmer jedes besserenStuttgarter Hauses und ebenso viele Rat- und Wirts-häuser.

Schnizer war in glücklicher Ehe vermählt mit einerTochter des General-Münzwardeins Henglin in Stuttgart.Gegen Ende seines Lebens traf ihn das harte Schicksal,daß die Sehkraft seiner einst so helkblickenden Augen fastganz erlosch. Er starb zu Stuttgart am 30. April l870.