270
K. W. Gangloff
weisen Männer in Stuttgart haben meinen FreundGangloff umgebracht," pflegte Kerner zu sagen, mitleicht erkennbarem Doppelsinne auf die weißen Antikemabgüsse und auf die weisen Kunstfreunde zielend, die denphantasievollen Jüngling allzu fest davor hatten hinbannenwollen.
Kerner widmete dem Freunde zwei Gedichte: Toten-opfer für Karl Gangloff, und An Gangloffs Geist.Uhland hat in drei Sonetten, die zu seinen schönstengehören, eine rührende Totenklage um den „genialenjungen Künstler" erhoben.
Die Anverwandten und Freunde bemühten sich auch,einige von Gangloffs Schöpfungen durch Vervielfältigungzu verbreiten und der Nachwelt zu erhalten. Wirkennen mehrere Blätter, die im Jahre 1817 in derLithographie von R. Ackermann in London gemachtwurden, wissen aber nicht, welche Verwendung sie ge-funden haben: Achilles wird von Ullysses entdeckt (1809);Ilias I. v. 190 ff. „Ob er das schneidende Schwertalsbald von der Hüfte sich reißend" — (1809); NimOnmMign, ein Auszug zur Schlacht, oben fünf ovaleMedaillons mit homerischen Scenen (1809); die Schlacht,ein homerischer Kampf, (1809); die Geßler-Tell-Sceneaus Schiller. Akt 3, Scene 3 (1810). Aus Verhand-lungen, die zu demselben Zwecke mit der Buchhand-lung von Winter und Mohr in Heidelberg geführtwurden, ging im Jahre 1821 nur die lithographischeNachbildung des erwähnten Blattes: Kriemhilde an derLeiche Sigfrieds, hervor. Die Zeichnung auf Steinbesorgte der Maler Ernst Fries in Karlsruhe (1801bis 1833), den Druck die Steindruckerei von Rudolf