Bestimmung „Künstler" in die Karlsschule eintreten. DerKnabe schloß dort Freundschaft mit einem jungen Israe-liten, Moses Benedict, welcher Bildhauer werden wollte,aber später zum Handelsstand übertrat und mit einemBruder in Stuttgart ein angesehenes Bankhaus gründete.Die Jungen schwärmten mit einander auf Waldspazier-güngen und lasen zusammen Shakespeare. H SchicksLehrer in der Malerei war Professor Hetsch, welcher,selbst ein Meister blühender Farben, das koloristischeTalent des Schülers früh zu wecken verstand. Er er-wirkte für ihn beim Vater die Erlaubnis, sich ganz derMalerei zu widmen, nnd. setzte seinen Unterricht fort,auch nachdem im Jahre 1794 die Karlsschule aufge-hoben war. Jedoch schon im Jahre 1797 finden wirden Jüngling im Atelier des Bildhauers Dannecker, derdamals in Ermangelung einer öffentlichen Kunstschulejunge Leute, Maler wie Bildhauer, zur Weiterbildungaufnahm. An die Person dieses Lehrers, in dem Schickdas Genie verehrte und den Humoristen liebte, schloßer sich weit näher an, als an den etwas steifen undgriesgrämigen Hetsch; ja, er wollte später alles, was erin der Kunst habe und wisse, nur ihm allein zu dankenhaben. Die Stuttgarter Staatsgalerie besitzt alsJugendarbeiten von seiner Hand ein Bildnis von Dan-neckers erster Frau und ein solches von Dannecker selbst.Während jenes die Schule von Hetsch nicht verleugnet,überrascht dieses durch viel schärfere Auffassung und
i) Vgl. die von mir in der Schwab. Kronik Jg. 1885 S.1985 f. veröffentlichten „Sechs Briese von Chr. G. Schick an M.Benedict."