Gottlob Wilhelm im Oktober 1788 als Stadtzöglingin die Karlsschule und erhielt seine Ausbildung zumMaler durch den Professor Hetsch. Wann er aus derKarlsschule austrat und wo er sein Talent weiter aus-bildete, ist nicht bekannt. Wir finden ihn erst als Hof-maler >) unter König Friedrich wieder, dessen schönenKopf er unzähligemale en miniature für Tabaksdosenund dergleichen ausgeführt hat. In seinen Oelbildnissensprang er ganz von der phantasievollen Auffassung undfarbenfrohen Ausführung seines Lehrers Hetsch ab.Morffs Bestreben ging vielmehr in der Weise der modernenRealisten auf höchste Naturtreue, die er bei gefürchtethäufigen und langen Sitzungen durch pünktlichste Zeich-nung und kräftige, aber kalte Farben zu erreichen suchte.Da er aber auch den geistigen Eigentümlichkeitender von ihm gemalten Personen in vollem Maße ge-recht zu werden wußte, sind seine Bildnisse trotz demnüchternen Vortrag von großem Wert, zumal wenn ihmein bedeutender Mann in die Hände gekommen war, soz. B. der jugendliche Uhland, Schillers Lehrer BalthasarHaug, der Botaniker K. F. Gärtner, der Politiker AlbertSchott, der Musiker Johann Ammon u. a.
Morff dachte hoch von seiner Kunst. Als ihm imJahre 1818 eine Beteiligung am Zeichenunterricht imGymnasium und in der Realschule zugemutet wurde,trat er dem Kupferstecher Autenrieth als Stellvertreterjährlich 120 Gulden an seinem kleinen Gehalt von 500Gulden ab, um nicht Schulmeister zu sein. Auf gleiche
H Im Hof- und Staatshandbuch auf d. I. 1812 kommtMorff als Hofminiaturmaler. vor.