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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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I. H. Dannecker

mals nicht gekannten Liberalität allen, Bolle offen, da-mit es sich an Werken der Kunst bilde und erbaue.Unsere Kunstschule hat mannigfache Erweiterungen er-fahren und an der Kunstgewerbeschule eine aufblühendeSchwesteranstalt gefunden. Dem in den letzten Jahrenmit verjüngter Kraft arbeitenden Kunstvereiu sind derKunstgewerbe- und der Kunstförderungsverein wetteiferndzur Seite getreten. Eine mannigfaltige Industrie be-schäftigt in den der Kunst verwandten Gewerben tausendfleißige Hände. Mit ihren Erzeugnissen, aber auch mitWerken der hohen Kunst schmücken sich jetzt hundertHäuser, wie es zur Zeit eines geringeren National-wohlstandes kaum einem einzigen vergönnt war.

Darum liegt uns heute nichts ferner, als in elegischthatloser Stimmung rückwärts zu blicken und nach denschönen Tagen von damals zu seufzen. Es gilt, männ-lich und mutig vorwärts zu schauen, klug und treu zuarbeiten. Hand in Hand mit unserem kunstsinnigenKönigshanse und seinen einsichtsvollen Räten, mit denfür die Zwecke der Kunst nie kargenden Landstünden,mit den verwandten Pereincn und mit allen einzelnen,die dazu berufen sind, will unser Verein dafür sorgen,daß jedes Kunsttalent, das unserem Württemberg ge-schenkt wird, sein Gedeihen finde und der fremde Künstlersich bei uns wohl und heimisch suhlen könne. UnserStuttgart, das mit so vielen Reizen der Natur ge-schmückt und von trefflichen Baumeistern verschönt ist,wollen wir auch reich machen an edlen Kunstwerken,damit diese Stadt immer mehr ein Stolz unseres Landesund seines Fürsten werde, eine Augenlust der Fremdenund ein Liebling der deutschen Nation.