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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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I. H. Tanneckcr

wollenden Zopfes aufgestiegen war — hier und dortlitt sie vor allem an Vernachlässigung der Natur undan einer Verirrung ins Malerische, die freilich schon inder Renaissance angebahnt war.

Nur in einem Punkte müssen wir ihr Gerechtigkeitwiderfahren lassen: sie zeigte sich als eine richtigeSchülerin der Franzosen auch darin, daß ihr eine hoch-ausgebildete Technik zu eigen war, deren Segen derfolgenden Zeit nicht verloren ging. Gerade Danneckerhatte an den Stukkatoren Bauer und Sonnenschein,sowie an dem Bildhauer Lejeune, einem Belgier, ganzausgezeichnete Lehrer für das Handwerksmäßige seinerKunst. Denn mit genialem Scharfblick wußte derGründer und Leiter der Karlsschule die Lehrer und dieSchüler seiner Anstalt auszuwählen.

Es ist bekannt, wie Herzog Karl bei einer Oster-feier des Jahres 1771 im Ludwigsburger Schloßgartenden armen Stallknechtssohn für die Kunst rettete, alsder dreizehnjährige Knabe gegen den Willen kurzsichtigerEltern sein Schicksal selbst in die väterliche Hand seinesFürsten legte?) Freilich ahnte der gütige Herr dabeinicht, daß in dem munteren Jungen, so gut wie indem bald von ihm zum Freunde gewonnenen MitschülerSchiller, ein Umstürzer der alten Zeit steckte. Indesvollzog sich die Umwandlung in den bildenden Künsten,da sie mit dem Staatsleben nicht zusammenhing, ohnedie Kämpfe, welche das Verhältnis zwischen dem Herzogund Schiller zum jähen Bruche trieben. Tannecker

0 Ausführlicher zählt von Christmann (s. Quellen) 2. 175 ff-u. von .lumsson Vot. 1 p. 114 tp