er bei einem ausgezeichneten Meister dieses Faches, demOberbaudirektor Pierre Louis Philippe de la Gutzpivre'),mit dem er einen Hauptanteil an dem Ausbau desneuen Schlosses in Stuttgart nahm.
Gegen seine Gewohnheit, junge Künstler erst in Parisund dann in Italien ausreifen zu lassen, verwendeteHerzog Karl den begabten jungen Mann sehr bald ganzselbständig. Schon im Jahre 1764 zum herrschaftlichenDessinateur ernannt, wurde Fischer im Jahre 1767 nachVenedig berufen, um dort den für einen halbjährigenAufenthalt gemieteten Palast Barbarigo für seinen Fürsteneinzurichten. Im Jahre 1770 zum Kabinetsdessinateur,im Jahre 1778 zum herzoglichen Architekten und Premier-lieutenant bei der Artillerie befördert, führte er Jul.Charlotte Bilfinger, Tochter eines Stuttgarter Regierungs-rates, als Gattin heim. Von da an kam er aus denpraktischen Aufgaben nicht mehr heraus. Der ihm ge-stellten zahllosen Aufträge entledigte er sich mit großerLeichtigkeit der Erfindung, viel technischem Geschick undeiner staunenswerten Arbeitskraft. Sein Stil bildetesich freilich ganz nach dem mehr auf heitere Prachtals durchgebildete Schönheit gerichteten Geschmacke seinesHerrn.
Als „erster Architekt" und Artilleriehauptmannrichtete Fischer im Jahre 1775 die sogenannte untereKaserne hinter dem Neuen Schloß unter Anbau vonzwei neuen Flügeln für die herzogliche Militärakademie
0 Ein Franzose, dessen Lebensgeschichte noch nicht genügendausgehellt ist. Er kam aus Baden-Durlachischen Diensten nachWürttemberg, wo er im Jahre 1752 als Oberbaudirektor mitMajorsrang angestellt wurde. S. Pfeiffer a. a. O. S. 584.