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H. Schickhardt
Tirol im Jahre 1611 auf sechs bis acht Wochen gleich-falls zur Beratung in Festungsbausachen begehrte, ver-weigerte ihm sein Herzog den Urlaub „auß sondern be-denkhen", d. h. wohl aus politischen Gründen.
Der äußere Lohn für dieses arbeitsvolle Leben blieb,wie wir aus seiuem Inventar ersehen, unserem Meisternicht vorenthalten. Nach allem Besitz an Häusern,liegenden Gütern, Kleinodien, Büchern und Geld, dener dort verzeichnet hat, muß er einer der wohlhabendstenMänner des damaligen Württembergs gewesen sein.Aber sein Alter reichte noch bis in die Tage hinein,wo Glück und Wohlstand, so fest sie in langer Friedens-zeit im deutschen Land gegründet schienen, überall ein jähesEnde nahmen. Schickhardt befand sich in Hcrrenberg, alsnach der Schlacht von Nördlingen im September 1634 dieKaiserlichen und Bayrischen mit Mord und Brand überWürttemberg hereinstürmten und sich darin festsetzten.Der Greis wollte im Anfang des Dezembermonates eineVerwandte in seinem Hause gegen einen frechen Sol-daten, der ihn selbst schon von der Straße aus miteinem durch das Fenster geworfenen Beil am Auge ver-wundet hatte, beschützen, wurde aber von demselben mitdem Degen durch die Brust gestoßen; er starb, nach-dem er noch drei Wochen lang gelitten hatte, am31. Dezember 1634. Bildnisse von ihm scheint es nichtzu geben.
Heinrich Schickhardt hinterließ keinen Sohn; wohlaber hat die Kunstgeschichte noch von einigen seinerVerwandten zu erzählen. Von seinem GroßvaterHeinrich und seinem Vater Lukas (I.> ist schon die Redegewesen. Ein Bruder seines Vaters, mit Namen Hans,