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2 (1806)
Entstehung
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Unsere freundliche Führerin brachte uns von ^

hier in ein Zimmer, wo ein sehender Knabe ei-

All 1

mm blinden aus der Encyklvpädie vorlas, Weilnur wenig Schriften für Blinde können gedruckt ^

werden, und weil ihr Lesen immer nur sehr langsam ^

geht: so muß der Sehende denn doch in vielen Fäl- ^

len dem Blinden aushelfen, wenn der letzte auch ^

noch so sorgfältig unterrichtet ist. ^

Zuletzt kamen wir in ein Gebäude, in dem die ^

alten Blinden beisammen leben, welche sich mit al? ^ *

lerhand kleinen Künsten etwas verdienen. Bei ei» Osic

ner kleinen heiteren Frau kauften wir künstlich ge- §

arbeitete Geldbeutel von Seide zu vier Livres. Ein ^

blinder Mann verkaufte uns sehr fein geflochteneReitpeitschen zu sechs Franks. Auch sahen wir hier Ä

einen Blinden, welcher schreinerte und sich eine ft

kleine Orgel gemacht hatte. iiil

Es sind ein und zwanzig Mädchen und vierzig ^

Knaben im Institut. Seine Bestimmung ist für ^

vierzig Mädchen und achtzig Knaben; aber es soll ^

an Platz fehlen. Es ist sonderbar, daß immer ^

viel mehr blinde Knaben sind als blinde Mädchen. ^

Da die meisten Kinder an den Blattern blind wer- ^