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oder aber ob man ihn oft, und an verschiedenenOrten, in großen und in kleinen Kirchen sieht.Die, welche sich so warm für den katholischen Got-tesdienst erklären, weil sie ihn vielleicht ein - oderzweimal in Dresden sahen, würden wahrschein-lich nach 12 Monaten anders urtheilen, wenn siein dieser Zeit täglich eine katholische Kirche besuchthatten.
Der Gottesdienst eines Volks geht aus demBegriff des Zeitalters und seiner Kultur hervor,und sobald der Mensch etwas nicht mehr völlig fürwahr halt, so kann er sich auch nicht mehr vonHerzen daran erbauen, weil ihm der Glaube fehlt,und sein Inneres wird nicht gestärkt. Im Mit-telalter, wo man glaubte, daß geheimnißvolle Wun-der am Altäre geschahen, — wo dem Volke,welches in den langen Hallen der gothischen Domeknieete, vom Meßdiencr das Zeichen gegeben ward,wann das Wunder am Altar vollbracht scy, und derLeib und das Blut des Erlösers gegenwärtig, —damals lag etwas Großes und Erhabenes in dem,was jede Brust der versammelten Tausende glaub-te und was jedes Herz bewegte.