Druckschrift 
2 (1806)
Entstehung
Seite
163
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mir saß, und sehr aufmerksam zuhörte. Mester-sa i r liest seine Predigt nicht, wix die meisten fran-zösischen Prediger, sondern spricht frei und sehr an-genehm. Seine Deklamation ist nicht durchausfranzösisch, sie hat Aehnlichkeit mit der, welche manunter den guten Kanzelrednern in Deutschlandfiudet. ^

Was besonders angenehm an Mestrcsait ist, dasist seine Lekonomie der Sprache. Man glaubt, das-jenige, was man hört, sey nicht Darstellung dervorbereiteten Redekunst sondern freier Erguß desGcmuths. Seine Stimme und sein Ausdruck er-heben sich über den des gewöhnlichen Lebens, abe-rsie bleibe» ihm nahe, und es ist nicht die großeKluft zwischen dein Redner und dem Zuhörer '—und zwischen dieser Stunde und der darauf fol-genden befestigt, wie man dieses so oft bei Kan-Zelrednern, bei Stadl-und Landpfarrern und beiSuperintendenten findet. Man sieht, daß derMensch und der Redner, die gewöhnlich nochverschiedener sind als der Mensch und der Schrift«steiler — wenigstens auS einem Stuck sepnkönnen.