Druckschrift 
2 (1806)
Entstehung
Seite
112
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grund nicht matt und undeutlich, um dem Vor-grunde nicht zu schaden. Man sieht alles was davorgcdl,'aber ersi spater, wenn man mit demGe-mahlde vertraut wird, treten die Figuren des Hin-tergrundes wie von selber hervor, ohne daß sieverwirren, und ohne daß sie lästig werden durchihr Daseyn, wie man dieses so oft bei großen Ge»mählden sieht. Von dieser Seite laßt das Ge,rnählde nichts zu wünschen übrig. Die Farben sindschön, m-d in der Körperzeichnung sieht man dasfleißige Studium der Antike und der Anatomie.

Ich habe es zweimal, und jedesmal beinahanderthalb Stunden gesehen. Aber immer warbei aller Schönheit des Gemaüldes doch etwas frem-des da, welches mich verhinderte damit vertrautzu werden und es lieb zu gewinnen. Es scheintmir, daß dieses Fremde in der theatralischen Stel-lung der Hersilia liegt.—Ihr weit VorgesetzterFuß,—ihre ausgebreiteten Arme, und etwas me-chanisch Besonnenes in ihr, das man bei allenSchauspielerinnen trifft, weil sie immer fünf Mi-nuten zuvor wissen was kommen soll, — alles die-ses scheint das Vaterland des Gemähldes und des