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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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3065-3066
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3 o 6; VOT

und wann auch so viel, als ein Wunsch,wie sich davon Exempel in der Folgemit geben werden.

Bey den Jüden hatte es mit einemVoco oder Gelübde sofern gar viel zusagen, als Gott selbst seine Gesetze da-von gegeben hatte. Wer also oerglei-chen thun wolte, muste sein eigener Herr,und also nicht minorennis, oder eine Frauim Ehestände seyn, es schwiege denn Va-ter oder Mann einen Tag lang, nachdessen Erfahrung, darzu stille. Sodennmuste einer auch in seiner Gewalt ha-ben, was er gelobete, oder, da er wasgelobet, das er nicht halten kunte, musteer zu den Weisen gehen und sich davonwieder lossprechen lassen. Sodenn aberwaren die Vota entweder prohibentia,da einer sagte, daß er was nicht thunoder brauchen wolle, das doch sonst wohlerlaubet war, z.E. daß er das oder jenesnicht essen oder trincken, ein solches odersolches Kleid nicht anziehen wolle u. s.f.oder es waren Vota consecrantia, daGott eine Person oder Sache besondersversprochen wurde, die sonst Gott nichtbesonders eigen war. Und da kam siedenn entweder zum Altar, daß sie soltegeopfert werden; oder zum Tempel, daßsie zu dessen Besten solte verwendet wer-den, wobey dort die mangelhaften undunreinen Thiere, wenn diese zum Brand-Opfer gelobet waren, verkaufst und fürden Werth ein erlaubtes Opfer gebrachtwurde; was aber zum Tempel gelobetwar, dafür wurde allezeit der Werth des-selben gegeben, es waren denn Kostbar-keiten von Gold, Silber u. d. g. die wur-den im Tempel aufgehoben, wurde aberetwaö als ein oberem oder ge-

lobet, das muste in natura gegeben, und,da es ein Mensch war, solcher gelödtetwerden, das aber auch nicht als mitFeinden Gottes, und die Gott selbst dar-Zu bestimmt hatte, eigentlich geschehenkunte k).

a) Sueton, Aug. c. 07.

b) luuenal. Sät. XII. v. too.

c) Ouid. Fast. 1 UI. v. 8?8.

d) Gyrald. Synt.XVll. p.722.

e) Ouid. Metam, lib. VIIII. v. 70/1

f) Macrob. Sät. lib. III, c. /2.

g) Sertorius Vrsat, in V. 8. L M.

VOT zc>66

h) Tertull. de Coron. milit. c. /2.

i) Struv. Antiqu. Rom. c.f.

k) lken. Antiqu. Hehr. P.I. c., <ssReland. Antiqu. Vet. Hehr. P. III.c. 10. per integr,

Votum deprecatorium war, welchesman that, daß Gott was Böses abwen-den möchte.

Claudian. ap. Pitisc. in Votum de-precatorium.

Votum militare war, welches die Sol-daten, ihre Frauen oder guten Freundethaten, und meist in den Stadt-Thorenaufhiengen, wenn erstere zu Felde gien-gen a), und, da sie glücklich wiederka-men, hiengen sie wieder in dem Thore,durch welches er wiederkehrete, aber-mahls ein Tafelgen auf, mit Anzeige,daß sie ihre Gelübde abgetragen hat-ten b).

a) Propert. lib. IIII. Bieg. 3. v. /7.

b) Id. ibid. v. 7/.

Votum precatorium geschahe vor-nehmlich bey dem Anfange eines neuen.Jahrs, damit dessen Anfang und Fort-gang glücklich seyn möchte.

Ouid. Fast. I. v. 72. <sts /77.

Votum priuatum war, das einer fürsich, sein Haus, Weib, Kinder, guteFreunde, auch wohl ein Herr für seinenKnecht, ein Patron für seinen Clientenu. s. f. that.

Tibuli, lib. V. EI. 2. v.3.

Votum publicum geschahe fürdiegan-tze Republic a); oder für die Bürger-meister b); für die Generale oder Feld-Herren c); für die Kayser d) ; da inson-derheit auch die Christen ihnen wünsch-ten Vitam prolixam, imperium securum,domum tutam, exercitus fortes, senatumfidelem, populum probum, orbem quie-tum, quacumque hominis & Casaris vo-ta stnt e) , und das sonderlich am neuenJahrs-Tage k), oder hernach besondersden 3 Ianuarii g),

a) Ouid .Fast. I.v.fj. Struv. Antiqu.Rom. c. 4.

b) Martial. lib. VIII. Epigr. 66.

c) Tertull. de Coron, milit, c. /2. Tac.Anna!, lib, IIII. c. 17.

d) Sueton, Aug. C. ;p. Plin. lib. X.Epist. 44.

e) Tertull. Apol. c. j».

() Tac.