Druckschrift 
Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
Entstehung
Seite
2941-2942
Einzelbild herunterladen
 

M.

%

Vi,

%

«Mo.

Id).

W.

Ul,

Mt),

i»H

ijtimii

»?L>

Mlliitatu Wiiitf

tf.Pi

IMO

ti)i

diii'

,tiiP

Ü**

2941 V E H

ia sie denselben aus erwehnten Kübelnweggeholet c).

a) Sueton. Vespas c. 23.

b) Macrob. Sät. lib. III. c. >6. Lucret.lib.IIII. V./020.

c) Beroald.at/Sueton. /. c. Kipping.Antiqu. Rom. üb. II. c. s. § 2.

VEHES heißt zwar ingcmein ein«uder, es begriff aber doch solches auchsein gewisses Maaß. Also war ein Fu-der Mist 60 Modii a), hingegen hießvon Holtze ein Fuder ein viercckicht. gear-beiteter Stamm von Eichen 20 Fuß lang,von Fichten 25 Fuß, von Jlmen undEschen 30 Fuß,! von Cypressen 40 Fuß,und von Tannen und Pappeln 60 Fußb), dergleichen Holtz nicht einerley Längehatte, weil es nicht gleich schwer ist c).

a) Columell. lib. XI. c. 2.

b) Id. ibid.

c) Scheffer. de Re vebictilar. ap. Pi-tisc. in Vehes.

VEHICVLVM heißt zwar oft soviel, als ein jeder wagen a), jedochaber war es eigentlich doch ein kleinererWagen, als Veha oder Plaufirum b),hiernechst aber war er vermacht, daßman eben nicht sehen kunte, was daraufgeladen war, ob solches anfangs auchgleich nur mit einem geflochtenen Kor-be, wie auch noch, geschahe c). Indes,sen wurde dergleichen insonderheit anjiat der jetzigen Kutschen gebraucht, unddaher erst mit Ertzte d), hernach mit El.fmbeine e), sodenn mit Silber, endlichmit Golde und Edelgesieincn ausgezie-tet f), und bediente man sich deren in-sonderheit, sich eine Motion zu machen,daher man auf selbigen auch wohl zu.gleich mit im Trete spielete g).

a) Salmaf ad Capitolin. Maximin.

Balbin. c. 4.

b) Varr. de L.L. lib.IIII. c. 31.

c) Varr. /. c. Festus in Veia, ss Schef,fer. de Re vebic. ap. Pitisc. in Ve-hiculum.

d) Schelf /. c.

e) Flaut. Aul. AB. II. Sc./. v.46.

f) Lamprid. Hcliogab. c. 2 q.

g) Sueton. Claud. c.33.

Vehicularius cursus, f. Cursus.

Veientina Tribus, s. Tribus.

VEIO VIS war so viel als Pluto,

ein vermeynter Gott der Römer undBeherrscher der Hölle, oder unterirdi-schen Dinge. s. Lexic. Mytbol. in V#-dius iy Veiouis.

VELABRVM war eine Gegendzu Rom zwischen dem Monte Capito-lino , Palatino , Auentino und der £i«ber, woselbst diese dergestalt austrat, daßwenn man sonderlich aus den andernGegenden der Stadt auf den Auenti-num wolte, man mit Kähnen darüberfuhr, als daher von oe^o auch de, Nah-me Velabrum kommen soll a). Als nachder Zeit dergleichen schlechte Gegendenimmer mehr und mehr ausgefüllet undbewohnbar gemachtwurden, wurde end-lich solches Velabrum auch dahin ge-bracht, und unter andern das Forum Bo-arium und Piscarium nebst zwey ziemli-chen Strassen daraus gemacht,deren eineVelabrum maius, die andere aber Vela-brum minus genannt wurde, wovon je-ne mit zur XI Region der Stadt b),die-se aber zur VIII gehörete c). JetzigerZeit stehen da herum die Kirche di S.Giorgio in Velabro, di S. Anaßafia , dieSchola Graea, und der Arcus SeptimiiSeueri oder Aurificum d).

a) Varro de L L. lib. III. c. 7.

b) Sex. Ruf. Reg. XI ap. Nardin.lib. VII. c.i.

c) Nardin. lib. V. c./.

d) Franzin, Rom. antic.fig. c.33.

VELARII waren Bediente amKayserlichen Hofe, welche die Vela oderVorhänge auf-und zuziehen musten.

Inscript. Vet. & Salmaf ad VopisciGarin. c.16. f. Velum.

VELIA war eine Gegend auf demBerge Palatino, und mithin in der X Re-gion der Stadt a), welche wieder ittSummam Veliam und Sub Velia unter-schieden wurde b), daher sie Varro auchVelins nennet c). Velia Summa warhiervon der höchste Ort des besagtenBerges, und ragete so ziemlich überdaSkomm Romanum herüber. Daher esauch die Römer mit scheelen Augen an-sahen, da sich P. Valerius Poplicolasein Haus darauf erbauete, weil es schie-ne, als setzte er ihnen damit ein Schloßauf die Nase. Wie er denn auch, alser solches merckte, es wieder einreisten

ließ,

Ä|l|

id.,. .