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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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2419-2420
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SAG

2419 S A D

einem Schüler des Antigoni Sochai^mdem er aber hernach in der Lehre ab-wich, und, da Antigonus lehrete, manfasse Gott nicht dienen, als ein Knechtseinem Herrn, uin den Lohn; schloffenSadoc und Baitbus daher, daß da keinLohn zu hoffen, auch keine Auferstehungder Todten zu hoffen, mithin kein künf-tiges Leben, keine Engel, keine Geister,keine Belohnung des Guten, und keineBestrafung des Dösen, und also auchkeine Hölle sey b). Zwar sollen sie auchvon der Schrift nichts angenommenhaben, als die 5 Bücher Mosis, worin-ne man ihnen aber unrecht thut c); wohlaber verwarfen sie alle Haditiones, undblieben bloß bey den Worten der Schrift;daher man sie auch Textuaks , Scriptu-rarios oder Kan-aim nannte d), obwohlsonst die Karai auch eine eigene Secteausmachten. So gottlos aber auch ihreLehre war; dennoch waren auch selbstHohe-Priester SadOucäcr, wie Man-nes Hyrcanus , Arißobulus u. a. e). In-dessen waren sie die erste und ältesteSecte unter den Juden 5 ), und Sadoeselbst ein Priester g); haben aber hier-bei) keine Bücher geschrieben K), undsind nach der Zerstörung Jerusalemsziemlich ins Abnehmen gekommen; je-doch aber sollen sie nicht gantzlich ver-gangen seyn, indem es deren noch inItalien und in derTürckey geben solli),wo doch solches nicht vielmehr Reräer,als Sadducäer sind k).

a) Epiphan. lib. I. c. 14.

b) Goodwin. Moß. tfcs Aar. üb. I.c. //.Maimon. £? alii ap. Hotting. adGoodwin. l.c. §.4. Reland. An-tiqu.vet.Hebr. P. 1 I. c.p. §. 9.

c) Hottingcr. ad Goodwin. l.c. .§. s.Iken. Antiqu. Hebr. P.I. c.6.%.6.

d) Goodwin. I. c. §. 6. Druf de 3.Sees.lib.UI. c.3.,

e)

f)

g)

b)

Euseb. üb. II. c. 23. loseph. Antiqu.üb. X. c. 18.

Reland. /. c.

Epiphan. Tom.l. Lib.t. Hares.14.Lightfoot. Hör. Hebr. ad Mattb.III, 7 -

Lund. lud. Heiltgtb. hb.llll.c.12.

n.18.

2420

i) Id .l.c.n.21.

k) Wolf. ad Lund. I. c.

S A G A N war bey den Jüden derdritte unter den Priestern, da der Hohe-priester der erste, der Sacerdos caßren-fis oder Vnftus adbdlum deranderewar,und heißt er eigentlich so viel, als einPrafefltts Sacerdotum , hatte ein bestän-diges Amt und folgere ingemein demHohen-Priester in dem Amte nach a),weil des Sacerdotis caßrenfis kein be-ständiges Amt war, sondern da kein Kriegwar, auch dergleichen Priester nicht war,mithin ein Hoher-Priester sterben kunte,da der Sagan der nächste nach ihm war,wie er denn auch überhaupt ein Vica-rius des Hohen - Priesters war, und des-sen Stelle vertreten muste, wenn dieseretwan ungefehr unrein wurde, daß ersein Amt nicht selbst verwalten kunte.Da auch unter dem andern Tempel dieHohen-Priester oftmahls nicht vieltau-geten, und ihr Amt ohne Noth versau«meten, war der Sagan desto nöthiger b).Und dergleichen Sagans sollen b«nnZ<?-pbanias, ler.LII,24 und auch Hannasbey dem Caipha, Luc.///, 2 gewesenseyn c), sonst aber sich zugleich mit demPriesterthume angefangen haben, ob siewohl keinen besondern Nahmen gehabthaben d).

a) Reland. Antiqu. Vet. Hebr. P.IL

c. 3 . § z.

b) Id. l.c. Elias Tisb. ap. Goodwin.Moß <ßs Aar. üb. I. c. f. §.2.

c) Casaub. adv. Baron. ap. eumd. I. c.

d) Hottinger. ad Goodwin. l.c.

S A G A R I V S hieß bey den Rö-mern einer, welcher mit Sagis handelte,daher auch dessen Handthierung nego-tiatio ßagaria hieß.

L. 5. Procurat. §. /5.. de tribut. als.Guchcr. de Off. Dom. Aug. üb. III.c. 23.

S A G A TI O war eine Schöckerey,da man einen auf ein Sagum legete, undihrer 2 ihn also in die Höhe warfen,bald nach Art, wie man ietzo etwan dieFüchse prellet. Es hatte dergleichenauch Kayser Orbo in sciuer Jugend imGebrauch, wenn er des Nachts aufden Gassen umher schwermete, und et-wan einen Betrunkenen oder sonst ei-ne»

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