Druckschrift 
Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
Entstehung
Seite
2317-2318
Einzelbild herunterladen
 

Austores aber eben nicht beobachten,sondern zumahl Pyram und Rogum im-Ussi für eines annehmen. Es wurdeindessen darzu trockenes und leichtbren-ncndes, allein auch eine Weile Feuer,haltendes Holtz genommen, als sie«fEs, eichenes, eschenes, u. d. glci.chen b); Zwar wurde es anfangs nurschlecht und unzugerichtet, wie es dieMine gaben, sodann aber richtete manes mit Bchaucn und Hobeln zu, webchcs aber auch in den Gesetzen der XII.Faseln wieder verboten wurde c). Je-doch hielte man solches Gesetz mit dergelt auch wenig, indem man nicht nurdas Holtz aufs sauberste zuputzke; son-dern auch noch darzu mahlete cl). In.dessen wurden solche Pyrse viercckicht,als Altäre, aufgeschichtet e); man vauctefie aber auch endlich als Thürme hoch»ünuntcrfchiedlichen Absätzen und Stock-Mcken, in deren untersten Stroh war,in dem andern Blumen, in dem drit-ten Weyrauch und andere wohlriechendeDinge, und in dem vierten kostbareDecken, Kleider von Gold,Silber,S eide,Bysso , Purpur, und denn zu oberst draufdie Leiche in einem offenen Sarge oderlecto f);^ tsol'C!) bic obern Absätze im-merschlrähler und schmählcr wurden g).Alles Holtz war daran von aussen, wirgesagt, gemahlt h), und ie vornehmereiner war, ie höher wurden sie aufge-thürmk i). Wenn alles fertig war, zünde-ten ihn die nächsten Angehörigen mitFackeln an Ie); oder auch die Haupt-Leute, wie des Kaysers Augusti 1);ober selbst die Bürgcmeister, wie deskerrimcis m), und zwar mit abgcwcn-beten Gesichtern n); wobey man wünsch-tr, daß der Wind das Feuer recht an-blasen möchte o). Indeß warf nian indieses des verstorbenen Kleider, wieauch seine eigene, da man den Verstor-benen besonders geliebet, schlachteteauch Pferde, Hunde, Vogel und an-bcres ab, und warf sie ebenfalls mitoahme n, wenn man wüste, daß derverstorbene bey seinem Leben seine Freu-be daran.gehabc hatte p); ja man schlach-»ie auch wohl Gefangene und Knechteav, damit sie dem Todten in jener Weltaufwarten selten q). Jmmittelst gieng

alles Volck drey mahl um den brennen-den Haufen herum, andere hielten auchein dreymahliges Rennen zu Pferde undmit Wagen um selbigen, und einigeFechter, machten einander darbey selbstnieder r). Wenn der Haufen niederge-brannt und dicLeiche also von derFlammeverzehret leschete man dasFeuer vollendsmit Weine aus s), las so dann die übri-gen Gebeine zusamme, thäte sie mitsamt der kennlbaren Asche des CvrperSin eine Vrnam oder Todten' Tvpff, undfetzcie sie in einem Begräbnisse bey r).s) Serv. ad Virg. Aen. lib. XI. v. /8f.

b) Virg. Aen. lib. I 1 II. v. 504. üb. VI.v. /80.

c) Cic. de Legg. lib. II. c. 23.

d) Plin. H. N. lib. XXXV. c. 7.

e) Serv, ad Virg. Aen. lib. VI. v. /77.Ouid. friß. lib. III. Eleg. /%. v. 21.

f) Stat. Tbeb. lib. VI.' v..

g) Herodian. lib. IIII. c. 2.

h) Plin. & Herodian. 11 . cc.

i) Virg. Aesi. lib. VI. v. 2/f. Lucan.lib. VIII. v. 74;. Dion. Halic. lib.XI- Appian. de Bell. Hisp. ap. Pl-eite. b. t.

k) Appian. dcBell. civil. ap. cumd. /.<?.

l ) Dio lib EVI.

m) Xiphilin. ap. Pitisc. b. t.

n) Kipping. Antiqu. Rom. lib. II. e./2. Paes ad Gyrald. de Var. ßpel.rit. c. /2.

o) Propert. lib. IIII. Eleg. 7. v. 31.Herodian. I. c. caf>. /2.

p) Homer. Iliad. XXIII. v. /66. Virg.Aen. lib. XI. v. /py. Plin. lib. IIII,Ep. 2. Alex. ab Alex. lib. III. c. 7.ßp ad eum Tiraquell. /. c.

q) Gyrald. ad eum Faes /. c.

r) Vid. Bustuarii.

s) Virg. Aen lib. V. v. 226. Sraf. lib.II. Sylv. 6. v. po. Homer. /. e.v. 2sy.

t) Kipping. I. c.

PYRAMIS war ein Bau insgemeinfeiertest, der unten breit und von allenSeiten an immer stchmähler und spitzi-ger zu lief, bis alle 4 oben in einemPuncte zusammen kamen , dergleichenman ehedem sonderlich zu Begräbnissenerbauete, weil ihnen weder Feuer, nochWind, noch Erdbeben, oder dergleichenDd dd 4 etwas