Druckschrift 
Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
Entstehung
Seite
1977-1978
Einzelbild herunterladen
 

NEX

brücke war, daß einer auch damit jUTode gegeißelt werden kunle c).

g) Hesych. in IIitTHrCfiyyot fvA»,,

item Sebol. Arißopb. ad Equit.

AB. III. Sc. s. v. S 4 -

b) Plaut. Rud. AB. III. Sc. 6. v. so.

c) Vlpian. VIII. de Panis ap. Pitisc.

in Neruus.

NETHINAEI, Nethinim , wa-ren bey den Juden gleichsam gemeineKnechte, welche so wohl dem gesamtenVolckc, als sonderlich den Leviten zuDienste stehen musten. Sie stammeteneigentlich von den Gibeonitern her a),die schon Josua zum Wassertragen undHoltzhaucn verurtheilete, als sie ihn mitihrer verstelletcn Gesandtschafft betrogenhatten b). Es durfte sich mit ihnendurchaus keine Jüdin, noch auch einJude mit einem Weibsen von ihnen ver-heyrathen, und wurden sie dißfalls nochfür geringer geachtet, als bie Spurii oderHur-Kinder c), wovon nach der JüdenBorgeben, eine Ursache seyn soll erstatt-bcregter Betrug, hernach aber die anden Kindern Sauls aitsgeübte Grau-samkeit ä). Dem Nahmen nach heissensie so viel als dedititii e) j waren aberdoch auch nicht allein von den Eibeo-Nitern, sondern es hiessen Nethinim alle,so den Leviten zu Dienste waren gege-ben worden, mithin denn auch die Mi-dianiker f). Sie waren anbey Pros«,lyti justitias g), und, ob sie schon wenigvon den Jüden geachtet wurden, sogien-gen sie doch mit in das BabylonischeGefängniß, kamen auch wieder von darmit zurück, und thaten ihre Dienstenach, wie vor k). Jedoch aber erstreck-ten sich diese, nach Davids Zeiten, auchweiter nicht, als bey den Leviten, da sievorher jedem Jüden, jedoch gegen einengeringen Lohn, Wasser tragen undHoltzhauen musten, wenn es von ihnen ver-langet wurde. Indessen wohnetcn siedoch mit zu Jerusalem, hatten ihre Ober-sten, und waren auch noch besser, alsdie sich von denen Heyden zu dem-denlhum bekehretcn, allein, da sie hey.rathen wölken, musten sie unter sich blei-ben , jedoch aber mochten sie auch fcey-gelaffenr Knechte oder Mägde neh-men i),

>978

a) Iken. Antiqu. Hebr. P. /. c. §. 12.

b) lost VIIII, 21.

c) Iken. I. c.

d) a Sani. XXI, 4 fiqq.

e) Goodwin. Mof. Aar. lib.I. c. f.§ 27 '

f) Num XXXI, 29. Reland. Antiqu.Vet. Hebr. P.Il. c.6. §.§.

g) Nicolai ad Sigon. de Rep. Ebr.lib. V. c.y.

h) Esr. II, 43. VIII, 10.

i) Lund. lud. Heiligth. lib. 1111 . c.y.NEVROBATAE waren eine Art

Gauckler, die nicht, wie die Scliwnobar-e,oder Funambuli, auf starcken Seilen,sondern auf neruis oder klaren Saitentantzten, die man oft nicht erkennen kun-te, sondern glaubete, die Leute machtenihre Cavaden in freyer Luft ->). Einigezwar wollen auch bald lieber Nebroba-t* lesen, und Leute verstehen, die so ge-schwind, als die >ißg»i oder Rehe gewe-sen b); allein sie werden von andernauch billig widerleget c).

a) Salmas. ad Vopisc. Carin. c. 19.

b) Casaub. ad eumd. I. c.

c) Salmas /. c.

NEVROSPASTAE waren ei-ne andere Art Gauckler, die Puppenoder Bilder hatten, und mit gewissenSaiten sie ziehen und regiren (unten,daß sie alle Bewegungen machten, alsob sie lebeten, ohn daß man doch wederSaite, noch sonst etwas sahe. Die Pup-pen selbst hiessen und ist sol-

ches eine sehr alte Tändeley a). J-dessen zogen die Neurostpasi« umher,ihr Brot damit zu verdienend), wiees die heutigen Marionetten-Spielernoch machen, nur daß der Alten Mario-netten vom tzoltze waren c), da die he»,tigen was künstlicher und geschickter ge-macht find.

a) Aristot. de Mundo c.6.

b) Xenoph. & Socrat. ap. Pitisc. in

c) Horat. lib.lt. Sat.yv.82.

NEXVS war bey den Römern ei-ner, der schuldig war, und nicht bezah-len kunte, mithin dem Crcdirori sich jnDienst ergab, bis er seine Schuld abge-arbeitet halte a). Und wie dergleichenungebunden blieb, also sahe es mit dem

best»