Druckschrift 
Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
Entstehung
Seite
1741-1742
Einzelbild herunterladen
 

brre tfanHg <« oder Gefässe mit Weih-

Wasser stunden c). In dergleichenWasser denn ingemein auch ein Lorbeer-Zweig gethan wurde 6). Also wuschensie sich auch, wenn sie beten woltcn.Und wiederum war dergleichen Luilra-tion üblich nach einem begangenen Tod-schlage , polt SÄUM Venereum, undi «enn einer sich mit einem Todten ver-unreiniget halte, worzu denn ohne dasWasser, auch Feuer, Schwefel, Eyer,und anderes gebraucht wurde e). Sol-len dasVolck, dielhearra und die Ver-sammlungen lustrirt werden-, geschahe«s mit jungen Ferckcln von den Peristi-archis f). Sonst aber glaubet man, daßdie Griechen diese Cerimonien mit demLecrope, Cadmo , Oanao u. a. ausEgypten überkommen haben g).

a) Hesiod. 0 . D. v. 72;.

b) Sozom. ap. Pfciff. Antiqu. Gr. lib.

I. c. 23.

c) Lucian. de ViB. ap. etrnd. I. c.

d) PUn. H. N. lib. XV. c. 30.

e) Bos Antiqu. Gr. P. I. c. 10. §. 3. 4.

f) Marsh. Can. Cbron. Secul.XI.p264.

g) C'sel.Rhodigin. lib. VI. c. 12. & lib.

XXVII. c. ,7.

Bey den Römern geschahe die Lu-stratio zur Reinigung, wenn man denGöttern ihren Dienst abstatten wolte,oder zur Expiatio», wenn man was.ses begangen hatte, und mit den Göt.tem wieder wolte ausgesöhnet seyn a).Es waren aber bey diesen insonderheitüblich

Lußratio agrorum , s. Ambarualia.

Lußratio claffium oder der Flotten,wenn solche mit ihrer Mannschaft inSee gehen sollen c), welche auf dieseArt geschahe: Es wurden Altare amäussersten Ufer der See aufgerichtet, so,daß sie das Meer - Wasser berührte;die Schiffe stelleten sich alsdenn um sieherum in größter Stille; die Opfer-Prie-ster stunden im Wasser und schlachtetendie Opfer; fuhren mit samt den See-Officirern in Kähnen 3 mahl mit den«cris lustraiibus um die Flotte herum,Und baten die Götter, alles Unglück vonderselben auf dje Exta zu kehren, und,nachdem sie diese getherlet, würfen siedir Helste ins Meer, die andere Helste

L V S 174z

aber verbrannten sie auf den aufgerich.teten Altären, wobey das Volck lautergute Wünsche thäte). Hierbey war dieFormel des Gebets, so der Befehlsha-ber der Flotte that, murandis mu-tatis diese: Dii Deaque , qui mariaterrasque colitis , vos precor quaßjque,vti , qua in meo imperio gefla sunt , ge-runtur , poflque gerentur, ea mibi , po-pulo , plebique Romana , ßiciisque , no-mini Latino, qui populi Romani, qui-que meam seBam , imperium, auspici-vtnque terra, mari, amnibusque sequun-tur , bene verruncent, eaque omnia uosbene iuuetis, bonis auBibus auxitis, sal-vos incolume s que, viBis perduellibus,viBores spoliis decoratos, prada onußos,triumphantes que mecum domos reducesfiflatis , inimicorum hofiiumque vlci-scendorum copiam saxitis, quaque popu-lus Carthaginierßi in duitatem noßrammolitus efi, ea vt mihi populoque Ro-mano in duitatem Carthaginienpum ex-empla edendi facultatem detis d) /

a) Serv. ad Virg. Aen. lib. III. v. 27p-Uv. Hb.XXXXv.s3.

b) Liv. lib. XXXVI. c. 42.

c) Appian. B C lib. V.

d) Liv. lib. XXVIlll. c. 27.

Lußratio exercitus terreßris wük bey

den Macedoniern diese: Man hieb ei-nem Hunde den Kopff ab, theilet« solchenwieder, und legte das Vorder-Theil miteinem Theil der Eingeweide zur rechtenHand, den andern aber zur lincken;zwischen diesen beyden Theilen gieng diegesamte Armee also hin, daß voran dieWaffen aller alten Macedonischcn Kö-nige getragen wurden, hernach der Kö-nig selbst kam, sodenn des Königs Gardeund endlich die übrige Mannschaft a).Bey den Römern geschahe dergleichenLustration sowohl vor, als nach einerSchlacht, wovon erstere t»

Tfo tu* ilyvtar ymcnftor [)IC$ b). Son-derlich aber führrtc man vor der völliggerüsteten Armee disfalls aufdemCam-po Mamo ein Schwein oder Dock,Schaf und Stier her, opferte solchesund stunden darbcy die Soldaten mitKräntzen von Lorbeer unter dem freyenHimmel c).

Lußratio ouium geschaht slll den Pa-Jii 4 lilibus,