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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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1453-1454
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wurde, baß ihm der Eyd nicht in desRichters, sondern Gottes und des Syn-edrii Nahmen vorgesaget werde e).Sie huben die Hände darbep gen Him-mel f), oder legten ft< dem andern auchauf die Hüfte g). Vor Gerichte stundensie, und hatten baß Gesetzbuch unterden Armen, bisweilen war auch eineBahre, aufgeblasenen Schlauch undbrennende dichter darbey, die durch denWind aus dem Schlauche ausgeleschtwurden, wobey man auch wohl auf ei-ne traurige Art mit Hörnern blicß, undvon den Umstehenden dem Schwörendendie Worte Mosis Num. XVI. zugeruf-fen wurden h). Je hauffiger aber des.sen unqeacht die Juden im gemeinenHandel undWandel zu schwören pflegten,so daß sie auch dcßhalber bey den Hey-den in schlechtem Credite stunden i): ie-mehr Abscheu hatten die Essaer dafür.Da aber ja einer von ihnen geschworen,und es hernach nicht hielt, kamen 100Mann zusamme, die ihn aus ihrer Ge«meine fliesten, und weil er nirgends keinAlmosen oder Speise betteln durfte, unddoch auch sonst nichts hatte, mustc er balddarauf crcpiren k).

a) Exod. Xsl, 11. Hehr. VI, 16.

b) Deut. VI, 13. X, 20.

c) Matth V, 34. XXIII, 16. Good-win. Mos. & Aar. Ub. ////. cap. 6.§> s. fgt ad cum Hottinger. l.c.

d) lken. Antiqu. Hehr. P.JI. c. f. §. //.

e) Id. ihid. §. 12.

s) Gen. Xilll, 22. 23.

g) Ibid. XXUII, 2.

h) lken. /. c. §.13.

i) Martial. üb. II. Epigv.04.

k) Goodwin. I. c. lib.I. cap./2. §./4.

Bey den Griecben geschahe der Eydbey den Altaren, die sie darbey angriffen,daher denn bey ihnen auch das Sprich-wort gekommen, V'/4 vsque ad«ras, womit sie wölken, daß man wohleines guter Freund seyn, aber ihm zu Ge-fallen auch nicht falsch schwören solle a);wdoch geschahe dergleichen bey den Alhe«wensern auch nur bey einem gewissenSteine b); und sonst oft über einem Op-ftr, von dem aber sodenn niemand ct-was essen durfte c). Und, da sie derglei-chen sonderlich auch thaten über den

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Extis eines Pferdes d), oder wildenSchweins e), wurden solcheThiere enk-weder vergraben £), oder ins Meer ge«worftn g).

g) Gell. Ub. I. c.3. & ad eum Mosel-lan. l.c.

b) Suidas in 2,16 h & Demostli. apudPfeifF. Antiqu. Gr. lib.ll. c. 27.

c) Pausen. EI. prior, c. 24.

d; Id. Lacon, c. 20. & ad eum Kühn,l. c.

e) Id. Meßen. c. 13.

f) Id. Lacon. I. c.

g) Homer. II. t. v. 266. & Pausen.Meßen. c.24.

Bey den Römern wurden ebenfallsdie Altare angegriffen , wenn sie einenförmlichen Eyd ablegten a). Die Sol-daten aber thaten ihren bey entblössetenDegen b). Sonst schwuren dieMannersonderlich beydem Hercule, Mehercle!die Weiber bey dem Castore, Mecaßorlbeyde aber bey dem Polluce, Aedepoll

c) . Also schwuren sie auch per Geniumsuum, wie die Knechte per Genium beri,und, die Römer, da sie Sclaven derKayser geworden, per Genium Principis,

d) , bie Frauen aber und Magde per luno-nem suam e); jedoch war es auch eingemeiner Schwur per Dinm Fidium,der aber, wie auch per Herculem undper Dionysum unter dem freyen Himmelgeschehen musie 5 ). Indessen war essicherer bey diesen allen, und selbst auchbey dem loue, als bey dem Genio desKaysers falsch zu schwören g), weil zumwenigsten in manchen Fallen die Pusti-gation darauf stund h). .

a) Iuuenal. Sät. XIII. v. 8p. XIIII.

V. 2 /p.

b) Dion. Halle. Ub. X. ap. Kipping.Antiqu. Rom. libr. III. cap. 1. §. 4.

c) Gell. lib.XI. c.(.

d) L. /?. §. vlt. ff. de lurei.

e) Perron. c.2$.

f) Plutarch. Prob!, c. 27.

g) Minur. Felix c.2 p.

h) Vlp. I.13. D. de lureiur. <ß Gei-ser. ad Min. Fei. I. c.

Bey den Zrancken geschahe der Eydunter anderen mit der Ccrimonie, daßsie ein Püschel Stoppeln oder Gerreydegegen den Himmel warfen, und damnZz 4 gleich-