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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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1161-1162
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olles säuerliche Esten und Geträncke ver-standen haben, und mithin so gar nichtsvon Weihe, Spelt, Gerste, wilder Ger-ste und Haber in den Häusern gelitten,wohl aber Reiß, Hierse, Bohnen undLinsen ä). Sie wuschen und scheuertenanbey^alle Befasse und Dinge, woranwas Sauer-Teig kleben kuntc, und das2 oder z Tage vor Ostern; suchten auchdarbey mit angebrannten Wachs-Lichtealle Winckel und Mäuse - Löcher aus,ob sich etwan da was gesäuertes ver-steckt habe, wie auch alle Kammern undGegenden, wo ctwan jemand mit Brod-le gegangen und ein Krümgcn verlierenkönnen; sonderlich aber thaten ste diesesdie letzte Nacht vor dem Passah e). Wennaber zuürmme gebracht worden, was mangefunden, wurde es zwischen 4 und 6Uhr, das ist kurtz vor Mittage verbrannt,oder sonst vernichtet f), und, da sich jactwan wo noch was versteckt, das manmit allem Suchen nicht finden können;trat der Haus - Vater auf und sagte inseiner Sprache: Alle« gesäuerte, so beymir ist, und ich weder gesehen, nochweggenommen habe, das werde zersstreuet und dem Staube der Erdegleich geschatzct g). Wogegen da ei-ner gelauert Brodk diese 7 Tage,wurde dessen Seele aus Israel ausge-rottet h). Was aber dieses hiesse, istman noch nicht einig. Manche wollen,ein solcher Mensch solle nicht selig wer-den; andere, er solle keine Kinder nachsich lassen; die dritten, er soll einesplötzlichen Todes sterben; die vierdtenaber, er solle in den Bann gethan wer-den; allein die erste Meynung ist den-noch die wahrscheinlichste i). Jedochwurde auch erfodert, daß er dergleichenvorschlich oder wissentlich gethan habek), und anbey so viel, als eine Olivegroß, gegessen hatte; da er es aber un-wissend gethan, und hernach erst erfuhr,muste er ein Sund-Opfer bringen; hat-te er aber was gegessen, oder getrunckcn,so gesäuert gewesen, als Bier u. d. g.so wurde er gegcissclt I). Sonst aberschöpfte der Haus-Vater bereits den 1;fccöNisans, nach der Sonnen Unter-gang, doch ehe noch die Sterne an demHimmel ju sehen waren, das Wasser zu

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den ungesäuerten Brodten, und sagte:Das ist va» Wasser zu den ungesäuer-ten Brodrcn! und trug es zugedecktnach Hause. In der Nacht daraufsuchte er den Sauer-Teig auf, und,wenn er das Licht angezündet, sägte er:Gelobet seyst d», HErr, unser Giptt,du HErr der gantzen Welt, der duuns mit deinen Gebothen geheiligerhast, und hast uns befohlen denSauer - Teig weg zu thun. Denfolgenden Morgen, als am 14 des Ni-sins, machte die Haus-Mutter die un-gesäuerten Drodte oder vielmehr Kuchen,aus blossen Weißen-Mehlc und Wasser,ohne Oel, Saltz und sonst etwas, undsahe wohl zu, daß sie zu keiner Gehreund Aufschwellen kamen, nahm abersonderlich etwas darvon, und sagte:Gelobet seyst du HErr, unser GGtt,der du uns befohlen haft, einen un-gesäuerten Rüchen abzulegen', bücksolches, und schickte es in den Tempel ;machte sodenn auch ihre eigenen zu rech-te, rund und nicht dicke, mit vielen Lq-chern dadurch, daß die Lufft durchgiengund sie dcstoweniger sauer wurden m).Es waren aber solche Kuchen ein unge-schmackes Essen, so daher auch dasBrodt de« Elends heissen n), und sol-len den Jüden zur Erinnerung ihres eil-fertigen Auszugs aus Egypten dienen,da sie nicht so viel Zeit hatten, ihrenTeig zu säuern, sondern musten ihn un-gesäuert mitnehmen, und also backen 0).s) llcen. Antiqu. Hehr. P.I.c.ta. %.it.

b) Reland Antiqu. Vet.Hebr.P.UII.r. z. §> 2.

c) Exod. XII, XIII, 7. Deut.XVI, 3.

d) Maimon. ap. Hotcinger. ad Good-win. Mos. ts Aar. lib. III. c. 4. §. 16.

e) Orach- Chaiim, laudante Hottin-ger. /. c. ad §. /8.

f) Goodwin. I. c. §. jg. Schoetgen.Hör. Hebr. ad 1 Gor. V, ji.

g) Buxtorf. Synagog. c./i. ap. Good-win. I. c.

h) Exod. XII, jf.

i) Goodwin. /. c. §. ig.

k) Ralchius ap. Hottinger. ad Gocd-tp in. I. c.

l ) Maimon. ap. eumd. I. c.

So 3 m) Bux-