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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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Seite
27-28
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17 A C G

r linia genannt wurden c). Siehe auch

Accubitalia.

a) Salinas adLamprid. Hcliogab, c.tg.

b) Lamprid. /. f.

c) Casaubon. ad Lampr. I. c.

ACC VBITALIA waren die De-ckn, so zum Staat aufdieAccublrage-legt wurden a). Sie waren wohl ehervon Purpur, oder mit Golde verbremet,und wurden vor andern sehr schön undkostbar in Cypern bereitet, ob wohldie Babylonischen nicht weniger hochgeachtet wurden b).

a) Pollio in Claud. c. /4. & adeumSalmas /. c.

b) Salmas ad Tertull. dePall. c. 3.

ACCVBITIO, oder, da einem das

Wort, als zweifelhaft, nicht anstehenwill, Accumbere, soll eigentlich das zuTische-Liegen der Götter, wie Discum-bere der Menschen bedeuten a); alleindaß es mir dem Unterscheid nichts heisse,erweisen andere mit mehrerm b). Esbrmercket also solches die Weise, wie dieWen zu Tische lagen, und nicht fassen,wie wir jetziger Zeit, wenn sie assen.Nehmlich es waren die Tische der Altenerst viereckicht c); hernach aber rund, je-doch nur als halbe Circkel, und also qver-vor gleich d); da denn dort 3 niedrigeStellagen, so IcBi hiessen, auf 3 Seitenherum gesetzt, wurden, die vierte Seiteaber frey blieb; Hier hingegen derglei-chen Runde, auch wie ein halber Circkel,nach der Gestalt des Tisches, herum ge-stellet wurden, so daß die gerade Seiteqver-vor auch frey blieb, um das Essenvon selbiger her auf den Tisch setzen zukönnen. Und diese Stellage hieß ein Si-gma, Stibadium, oder Accubitum e). Bey-de Stellagen waren mit Polstern verse-hen , welche wiederum, nach jedes Ver-mögen, mit kostbaren oder schlechten De-cken beleget wurden f). Auf diese lege-ten sich die Speisenden also, daß sie sichauf den lincken Ellbogen stemmeten, ummit dem Ober-Leibe was erhöhet zu lie-gen, die Beine aber sodann die Lange langvon sich streckten g). Weil es aber sozu liegen, einem nothwendig ziemlichsauer werden musie, waren wieder ande-re besondere Polster oder Küssen, die ih-nen in den Rücken gcleget wurden l>).

ACC ig

Auf ieder der erwehnten 3 Stellagen f«.gen auch 3 Personen, manchmahl auch4 i), bey den Griechen auch wohldas aber auch eine sordide Lausereyhieß k), Hierbcy streckte der erste seineFüsse hinter dem Rücken des andern hin,daß dieser mit seinem Kopfe vor des er-sten Bauch kam, iedoch aber auch einKüssen darzwischen hatte, der andere wie-der seine Beine hinter des dritten Rückenhatte u. f. f. 1). Die Mittel-Stelle warhierbey die vornehmste, die niedrigste aberdie vor der mittelsten m). Bey solchen!Essen legten die Römer ihre Togas ab,und zogen besondere Esse-Kleider ann).So zogen sie auch die Soleas oder Schuheaus, um die Decken nicht garstig zu ma-chen 0). Und zwar assen anfangs beyden Römern nur die Männer so liegend,die Frauen aber sitzend, weil es füreineerbare Frau was unanständiges zu seynschiene, sich also mit hin und auszuilreckenp) i wogegen sie endlich solche Scham-haftigkeit auch ablegctcn, und also sichso gut, als die Männer mit ausdehne-ten, doch daß sie darbey allemahl mit ih-ren Köpfen in ihres Manns Schooß zuliegen kamen q). Jmmittelst aber astendoch anfangs Mannsen und Weibsen si-tzend r), welche Weise sie von den Lacc-dämoniern und Cretensern gehabt habensollen s); bis sie mit samt den Griechendie Art zu liegen von den OrientalischenVölckern angenommen r). Inocssen äf-fen auch sitzend die Lusitanier u), dieJl-lyrier x); die Macedonier y); die altenGallier r); dicGalateraa), undbeydcnIndianern nur der König liegend, dieandern aber auch sitzend bb). Jedochspeiset«, die Juden auch liegende, undalso auch Christus selbst, dieweil sonstJohannes ihm nicht ,n den Schooß zuliegen kommen, noch auch die Sünderinihm füglich die Füsse salben und init ih-ren Haaren wieder trocknen können cc).

a) Acro ad Hurat. lib. I. Od. 27. v. 8.

b) Tiraqucll. ad Alex. ab Alex. lib.Vc.22. p. 2S4.

c) Varr. de L.I . lib. III. c.

d) Pollux lib. VI. c.i.

e) Salmas ad Lamprid. Heliogal. c. ig>

f) Salmas adTcrtull. Je Pal/, c-3.ilKipping. Ant. Rom. lib. IIII.c.3.

g) Horac.