Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
338
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Geistliche Briefe.

delte; da sagte er nicht zu ihr: Du mußteine Jüdinn werden, und zu Jerusalem in dieKirche gehen, oder du kannst nicht selig wer-den; sondern er redete mit ihr von ihrenSünden, von dem lebendigen Wasser sei-ner Gnade und süßen Liebe; und, wie sieweder zu Samaria noch zu Jerusalem, son-dern im Geist und in der Wahrheit den Va-ter anberhen solle. Will Sie mich dannauch gleich nur wie einen Samariter anse-hen; so können wirs ja auch so machen,und von den inwendigen Herzenswahrhei-ten handeln; worin ich nicht hoffe, daß un-ter uns der geringste Streit oder Unterschiedentstehen wird: nur allein, daß ich in derwirklichen Erfahrung noch weit zurück bin.

Fahre Sie denn doch nur fort, herzlichfür mich zu bethen, daß ich noch ein brün-stiger Liebhaber JEsu werden, und allemeine Herzensneigungen, Zeit und Kräfteseinem Dienst widmen und heiligen möge;so lebe ich der demüthigen und festen Hoff-nung, wir werden droben in der seligenEwigkeit uns wieder finden, allwo alles das-jenige, was allhier eine Vermittelung der Liebeverursachet, von selbst wegfallen wird, dawir dann dem HErrn unserem GL>rr wer-den alle Ehre und alles Lob bringen. Amen!O JEfu! Durch dessen Gnade bin undbeharre

Meiner hochgeehrten Freundin»

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