z,6 Geistliche Briefe.
nämlich das kindliche Vertrauen; dennGOtt widerstehet allen Hoffärtigen, wenn sie Mauch ein Demuthskleid an hätten/ und gibt ^den Demüthigen seine Gnade. Der geist- Mlich hochmüthige Sinn trachtet nach hohen Wund sonderlichen Dingen, und wird vom Ver-sucher betrogen, der ihm Schein für Seyngibt. Der Demüthige will nur Gnade; ^und da macht ihm das kindliche Vertrauen MGOttes Herz, als den Schatzkasten aller iBGOttesgnaden, offen, daß man genug neb-men kann, aber nicht annehmen noch weg- AMnehmen darf. N i
Aus dem demüthigen Vertrauen wächst P d!die reine Liebe GGrres , daß man liebet, Mwie man geliebet wird, das ist, ohne war- Mum und ohne Adfichr. Daraus entspringet Mdie Unschuld, die Einfalt und die Abge- Mfchiedenheir des Herzens im Wesen und ich-jcWandel; und also auch die herzliche aber >„«abciescbiedene Bruderliebe, rc. Sehet, Mliebe Schwester, wie viel Gutes aus eurerKrankheit zu erwarten, und meine Seeleeuch wünschet! Jetzt ist in euerm Hause,GOtt Lob! alles geändert. Jetzt sind GOt-tes Kinder herzlich und erquicklich. Wie so?Sind dann nun durch eure Krankheit böseLeute gut geworden? Und ist dadurch so vielArges aus anderen weggenommcn? Nein!diese Aenderung ist in Euch vorgegangen, liebeSchwester! und GOtt gebe, daß es bestän-dig bleibe! Höret auf zu argwohnen, dann
ist