zo6 Geistliche Briefe.
zu schreiben. Ihr wisset aber wohl, daß ichnur ein armer Bruder bin. Mich undmein Schreiben, wie auch sonstige Sorge D«!für euch, müßet ihr kindlich in GOtt anle- Osshen und gebrauchen. Er selbst liebet euch,sorget für euch, und bleibt euerm Inneren Wunverrückt nahe. Er giebet euch , mich und ^alle andere, süße und bittere Gnadenmit-tel. Er ist aber genug ohne solche Mittel.
Osn ihm sey alle eure Erwartung! ,.
Eure Liebe zu GO" ist auch noch zuschwach und kindisch. GOtt hat euch noch .unlängst so viel Liebe und Gutes erwiesen,daß es billig länger, als euer Leben, im um Zvergeßlichen Andenken bei euch bleiben soll- > ^.te: und siehe, kaum ziehet er die Brust ?weg, da heulet das Kind schon wieder, alswenn die Mutter nicht mehr Mutter wäre. ^Das ist ja nicht artig: das ist sich selbst lie-"" fden, nicht GOtt lieben.
Wacker, liebe Schwester, rafft euch auf!Ergreift das kleine Kreuzchen, so der Ge- "Wkreuzigte mit seiner unsichtbaren Hand euch Mmöchte anbieten wollen. Alle Gaben desGeliebten mäßen uns gleich angenehm seyn,wenn wir anders ihn, und nicht die Gabenlieben. Dorsten wir wählen, dann wäredas Widrige zu wählen. In guten Tagenbezeugt Er uns am deutlichsten seine Liebe;in Leidenstagen können wrr ihm am ei-gentlichsten unsere Liebe beweisen. Er weiß,was uns dienet. Er weiß aber auch, daß