Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
277
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IV. Theil. H2ter Brief.

nen Ruf und Glauben im Lichre GGttes,und bleibe in dem, worinnen er berufenist, bei GMrr, (i Cor. 7, 17. 20. und 24.)urtheile aber einen andern nicht! Und unterdieser Bedingung, daß nämlich ein jeder inGOttes Licht seinen Beruf prüfe, stellet esallerdings der heilige Geist begnadigten See-len frei, zu wählen, was ein jeder für sich amdienlichsten und GOtt woblgefälligsten erach-tet: entweder ledig zu bleiben, oder ehelichzu werden.

Wenn der Apostel i Cor. 7, 7. spricht:Ein jeglicher har feine eigene Gade vonGOtr; der eine sonst, der andere so; so zie-let er wohl nicht damit auf Naturgaben,gleich als wenn ein jeder, dessen Temperamentihm gleichsam die Keuschheit nicht einflößte,nothwendig Heurathen müßte; sondern er willsagen: Der eine getrauet sich, mit GOttesHülfe, es im ledigen Stande bei dem HErrnauszuhalten, wer das fassen kann, ver-fasse es! Matth. 19, 12. Da ich aber wohlweiß, will der Apostel sagen, daß nicht alledieses Wort fassen, sondern mancher, dervielleicht in andern Stücken seine Treue undGlauben beweiset, meynet, es wolle sich fürihn nicht schicken; nun! der mag in GOttesNamen ehelich werden; er sündiget nicht.

Unter den dreierlei Arten der Verschnit-tenen, deren der Heiland Matth. 19,12. ge-denket, weiß ich nicht, ob man beide ersiereS z Arten