Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
271
Einzelbild herunterladen
 

!k

!!

>>»>!»!

srk»

,riOi

M«k

N

IV. Theil. iroter Brief.

271

uns miteinander, wie die Kindlein vor ihremVater, freuen.

Du hast alle Ursache, liebe Schwester,deinen hohen Beruf und Gnadenstand sehrglücklich zu schätzen. Weder Last, Leidennoch Gebrechen sollen uns so Niederschlagen,daß wir nicht, dem allem ungeacbtek, vom Mor-gen bis zum Abend, in Liebeserkenntlichkeitanbethen und sprechen: wer bin ick, m inG2)rr? Und rvsmic soll rchs dir, meinemHEern, vergelten? rc. Die Gnade bewegetim Verborgenen schon dazu.

Sonst hau' ich in Ansehung deiner jetzigenGemüthsfassung nichts Sonderliches zu er-inneren. Innig berufene Herzen mäßen sichihre Beschaffenheiten nicht machen, sondernselbige von GDtt empfangen. Die innereWillenlosheit und Beugsamkeit macht unsempfänglich; und das, was GOtt gibt, odernicht gibt, ist jederzeit das Beßte. In nichtssollen wir uns eindringen. Was den Grundverdunkelt oder störet, das ist nicht für uns :wozu man ohne Zwang bewogen wird, dasist für uns. Erkebung des Gemüths, oderEinsinkung ist beides gut, wanns gegebenwird, obgleich letzteres nahrhafter, vergnügen-der, beruhigender, ersieres aber bequemer un-ter täglichem Wandel zu seyn pflegt. Doch,wie gesagt, GC>rr muß Meister bleiben.Ja, auch überhaupt mäßen innige Seelensich selbst und ihre Stände nicht zu genau be-sehen und beurtheilen wollen. Wir sind Rin-der,