Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
183
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IV. Theil. 7?ster Brief. iz?

Stamm bekommen, oder einen nähern Ein-fluß mit diesem als mit einem andern Zweigehaben; aber das verursacht weder Neid nochStreit. Alles hängt an einander; es ist einer-lei Saft zum Leben in allen, und alle machenin dem Stamm einen einzigen ganzen Wein-siock aus, dessen kleinste Zweige öfters dieschönste Trauben tragen.

Genug vom Bilde! Du merkest schon,was ich sagen will. Unsere Gemeinschaft inChristo, und die Handreichung im Geist blei-bet, und wird mit GOtt unverrückt bleiben,wenn ich gleich meiner Seits so wenig schrei-ben kann. Die ewige Liebe hat unfern Grundberühret und an sich gezogen, und ziehet unsnoch für und für, obgleich nicht immer aufeinerlei Art. Die innige Sehnsucht und dietreue Liebesneigung will unser Freund unge-tbeilt für sich haben; (o wie höchst billig istdieses!) und solches läßt er glücklich merken,und das Herz kann nicht anders, als inDruck und Störung zappeln, wann sichs vondiesem Ziel merklich verrücken läßt. Zwar,da in uns so vieles zu reinigen und zu schmel-zen ist, so sollen wir nicht immer Licht undSüßigkeit prätendiren, sondern uns zum kind-lichen Glauben . und unbedingter Ueber-lasiunn an die Führung eines so guten undgetreuen GOtkes gewöhnen, und bereitenlaßen.

Lebe wobl in GOtt, meine liebe Schwe-ster! und vergiß vor GOtt deines altenM 4 Vru-