Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
168
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i68 Geistliche Briefe.

seufzer, die aus deinem Innersten aufsteigen?Darfst du wohl denken, daß aus deinem vonNatur bösen Herzen so viel Gutes hervorkommen könne? Ist es nicht der innigsigegenwärtige GOtt selbst, der durch semenGeist solchen Sinn und Seufzen in dir hervorbringt und erhält? So kehre dich denn mit die-sem Sinn und Seufzen nur sanft wieder hinein(nicht hinaus) zu GOtt; überlaß dich demsel-ben ruhig, und gehe dann immerhin ewigverloren.

Ich sag' es noch, du seyest ein dummesalbernes Kind. Du hast dich ja GOtt mitLeib und Seele zum unwiderruflichen Eigen-thum ergeben, und GOtt hat diese Schen-kung, um JEsu willen, angenommen: da-bei laß es bleiben l Du gehörest GOtt zu.Aendere du nur deinen Sinn nicht, ganz fürGOtt seyn zu wollen! GOtt kann sich nichtändern. Liebe und leide, was der süße,weise GOtt gibt. Sey mit deinem Loos undmit seiner Führung wohl zufrieden: er wirdmit dir seyn, und dir aushelfen; und ichwerde auch mit dir seyn, und dich dem HErrnangelegentlich aufopfern. Fügt es die Vor-sehung. daß wir leiblich beisammen kommen,so wollen wirs mit Dank annehmen. Viel-leicht bekomm' ick bald in dem Stück wasmebr Luft: und vielleicht wirds auch baldmit dir besser. Alles wie der HErr will,dessen Wille unsere Seligkeit ist. Zn seiner

Liebe