r44 Geistliche Briefe.
guch unveränderlich in der Liebe feyn! Bauenicht auf Lichter, auf Empfindlichkeiten, aufLeiden noch auf Freuden, sondern auf das,was nicht verändert, d. i. aufcvOlt, undauf feinen willen, der allezeit anbethungs-und liebenswürdig ist; und deiner Seits aufden Glauben, d. i. auf die innige Grund-neigung und den lauteren Sinn, ganz fürdielen GOtt zu wollen feyn, und nur ihnzu wollen lieben und anhangen, damit erdich mache zu einem Menschen nach seinemHerzen. Diesen Glauben, diesen Sinn, dieseGrundneigung hat der HErr selbst in dichgeleget, und wirds wohl bis in den Tod er-halten. Laß alles Uebrige kommen und gehen,wie GOtt will; Er weiß wohl, was dirgut, und was dir nöthig ist; das traue ihmkindlich zu. Er starke, erquicke und segnedich, auch in deiner gegenwärtigen Krankheitund Leiden, damit du leiden könnest nachseinem Wohlgefallen, und sein Endzweck dar-unter völlig bei dir erreicht werde! Auch ichwerde in meinem armen Gebeth zu GOttdeiner nicht vergessen.
Ich grüße dich mit brüderlichem Herzen,und bleibe durch seine Gnade
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Mülkeim,den n. Dec. 1761.
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