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Geistliche Briefe.
nur mit Zufriedenheit zu in dein Nichts, undohne dich selbst schöner machen zu wollen;ersenke dich nur so nackend und mit mög-lichstem Vertrauen in GOtt, in welchemalles das Gute ist, was du in dir selbernicht hast. Verzage gern an dir selbst; aberthue deinem GOtt die Schmach nicht an,daß du an ihm verzagen solltest, an demGOtt, der dir unverdient so vieles erwie-sen hat.
Deine vorige Vrieflein waren mir auchangenehm, und daß du mir so einfältig so-wohl deinen angenehmen Traum, als auchdas darauf folgende Schlimme erzählest.Mache dir nur alles beßtmöglich zu nutz, undbehalte bei allem guten Muth, denn GOttist unveränderlich in seiner Liebe. So langenun unser Sinn und Wille auch unverän-dert bleibt, nichts zu wollen, als nur GOttund sein süßestes Wohlgefallen; so lange ha-ben wir nichts zu fürchten, sondern nur anzu-bethen und zu lieben alles, worein wir gestehetwerden. Was ist an uns gelegen? UnserWohl und unser Weh muß den HErrn loben.Amen!
Ich grüße dich nochmals herzlich, undbleibe durch Gnade
Dein
Mülheim,den ic>. Dec. 1759.
schwacher Bruder.
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