Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
82
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Geistliche Briefe.

i

dich nicht zerstreuest und vergehest, so lang dunoch unterm Umgang der Menschen seyn mußt, jDaß dich aber der liebe GOtt vornehmlich zur >inrvcnSlgen Elnsamkeic oder Abgeschieden- !heit beruft, das ist gewiß. Daher kommls, z,jidaß deine eigene Wirksamkeiten dir nicht mehr ! ü«gesallen, sondern dich hindern, und daß du Ilauter Eigenheit in allen deinen Dingen stehest;denn GOtt will, du sollst aus dir ausgehen, >du sollst ihm Raum geben; du sollst mit dei- W«nem Wirken und Wollen, und mit all dem «mDeinen ihm gleichsam weichen, um nur Ihn Li!und sein Wirken zu erwarten, und demselben Ml«Statt zu geben. Und da wirst du mit der jkznZeit erfahren , was die selige inwendige Ein- jchrsamkeit sey, da GOtt und Geist allein sind,und alle Kreatur (nämlich auch du selbst nach keckder Eigenheit) ausgeschlossen bleiben. Jnzwi- Mschen mußt du dich selbst in nichts wollen »zeinsetzen, sondern zufrieden seyn mit dem,Mwas GOtt aus dir macht. Liebe GOtt in Wdem, worin du dich findest, wenn es auch Nitzim Leiden und in der Dürre wäre. Denke ADnicht einmal so viel an dich und an deineBeschaffenheiten, sondern an GOtt, der dirallein und ewig genug ist. In ihm grüße ichdich herzlich und bleibe durch Gnade »-«il

Dein

Mülheim,den ro. Iulii, 1758.

schwacher Bruder, chtz

Der