Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
80
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Geistliche Briefe.

satz, daß, wann ihrs nach euerm Sinnhabt, und es per bararö einmal gehet, wieihr gern wollet, dann dankt ihr GOtt, undmeynet Wunder, wie schön es um eure Seelestehe; da es doch nichts als Natur ist. Solltihr eucb aber nur in einer Kleinigkeit beugenund verlaugnen; conn-Lrirt ein anderer euernEinfällen; geschieht nur ein Kleines, daß ihrnicht gerne habt; überkommt euch eine kleineBeschwerde, Pein oder Ungemach; macht cseuch etwa der oder jener, ein Freund, oderGOtt selbst in seiner Vorsehung, nicht wiees euch recht ist: siebe, dann lamentirt ihrüber Notb und Leiden; ihr wollt es so oderanders machen: ihr wünschet gar den Tod,nur um nicht zu leiden, und euch zu verläug-nen. Begreift euch doch, liebe Schwester!kann das GOtt gefallen? Könnt ihr aufdiese Weise zur Ruhe eurer Seele kommen?Ihr höret und leset so ungern dergleichenSachen, und bildet euch ein, ihr würdetdadurch gesiöret, und wirklich ihr müßt dieseheilsame Störung durchgehen, oder ihr könntnicht zur Ruhe kommen.-

Ich grüße euch herzlich, und bleibeEuer

Mülbeim, schwacher Mitbrudrr.den 28. Mart. 1758.

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