Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
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Geistliche Briefe.

bleibet, und daß ihr eure Ruhe, euerWohlseynund Vergnügen in etwas setzet, worin es nichtzu finden ist, nämlich darin, daß die Menschenaußer euch so handeln sollen, wie ihr glaubt,datz sie handeln müßten; daß sich die Dingeso zurragen sollen, wie ihr es gmmeynendwünschet; und daß es euch leiblich und geist-lich so gehen möge, wie ihr denkt, daß es ambeßten sep. Weil nun solches alles oft ganzanders gehet, so sepd ihr immer in Unruh; saauch dann, wann es nach eurem Denkenrecht schön siebet und gehet; so bleibt ihr dochin einer geheimen l rouble und Treiben, weilihr, nach dem Grunde, euch nur darin freuet,daß ihrs nach euerm Sinne habt; welchesunrichtig ist.

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Wollt ihr nun, liebe Schwester! den Frie-den GOttes und die innere Stille unverrückthaben, dann lernet von Herzen derben:Nicht mein Wille, sondern Deinwrlle geschehe! Geyer euer Vergnü-gen nur darin, daß GÖrr mir euch ver-gnügt, und all sein Wohlgefallen zeitlichund ewig, an euch erfüllt werde. Allesübrige, wie es gebet und stehet, muß euchsehr gleichgültig seyn; und wann ihr die Eigen-heit und widerstrebende Naturkraft fühlenmüßt, so verachtet sie getrost, bis sie sterbe.Durch diesen Weg werdet ihr in Lieb undLeid euern edeln Frieden bewahren, GOttgefallen, und in allem, ja ich sage in allem,

Nutzen