Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
30
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zo Geistliche Briefe.

Eigenheit; so muß man dann hernach schmach-ten, damit die Eigenheit verschmachte; unddas ist ja große Gnade. Wenn uns GOttdas Thürlein öffnet, dann ist Gebell) undEinkehr leicht und süß; da werden wir leichtverwesten, und meynen, wir könntens, wennwrr wollten: dann schleußt aber GOtt dasThüclem zu, nicht damit wir nun weglaufen,sondern, als gute Kinder, vor der Thür war-tend, liegen bleiben sollen.

Liebe Schwester, die rechte Einkehr istmehr GOttes Werk als unser eigenes Werk.Wende dich mit deinem Liebesäuglein, mitdeiner Neigung und Sehnsucht sanft hinein;warte dann still, bis der Herzensfreunddich ziehet, sich dir vergegenwärtiget, und dicheingekebrt macht aus seine w ile. Inzwi-schen werde in der Dürre und Armuth nichtungelaßen, oder gar zu kleinmüthig! HErr!wenn rch nur dich ve.gnüge , muß deinHerz sagen, dann ist an mir selbst nichtsgelegen: ich will gern ein wenig leiden,wenn du nur mir mir zufrieden bist; ichwill dtch dennoch lieben und loben, denndu brst solches nun eben so würdig, alszuvor. O! wie wirst du GOtt nicht gefal-len , wenn du also fortfährest, auch in derDürre den GOtt zu lieben! Ja, ja nur dazubist du von ihm geschaffen, erkaufet und beru-fen, und dazu hat er dir ein Herz gegeben,das will ihn lieben, und das muß ihn lieben;und das wird er auch lhun, ja, Amen!

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