Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
18
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!8 Geistliche Briefe.

werde, in GOttes Haus und Gemeine aus-genommen zu seyn.

In der durch Christi Menschwerdung undTod gestifteten geistlichen Verwandtschaft be-stehet unser wichtiger Adel. Diese (sprichtIEsus selbst) sind meine Mutter, Brü-der , Schwestern , rc. In diese wahreGemeine GOttes ausgenommen, oder vonderselben ausgeschlossen zu seyn, macht unserGlück oder Unglück aus, dependirt aber ledig-lich vom Ausspruch des unsichtbaren göttlichenHaupts der Gemeine, und legitimirt sich imHerzen. O Bruder! welch eine Ehre, daßwir uns aus Gnaden also ansehen mögen!Aber auch welche Verpflichtungen liegenuns, als solchen, ob! Wir communiciren (d. i.wir empfangen den gemeinschaftlichen Einfluß)mit dem Haupt und Gliedern; ihr Gutes istdas Unsere. Aber sie communiciren auch mituns; d. i. wir sind Christo, seiner Sache,seiner Gemeine entweder zur Ehre oder zurUnehre, zur Freude oder zur Betrübniß, zumNutzen oder zum Schaden, nachdem wirstehen und uns aufführen. Wir könnens nichtvermeiden, es ist wichtig. Ein Schlafendermacht manche mit schlafen; ein Munterererhält manche in der Munterkeit u. s. w.Darum, lieber Bruder, sollen wir ja unfernBeruf und Stand hoch schätzen. Damit wiraber auch standesgemäß wandeln mögen, o!wie sollen wir nicht wachen, bethen, einkehrenund unverrückt am Haupte hangen, damit

sein