Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
6
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Geistliche Briefe.

unsere Herzen im Vertrauen um so viel mehrstärken, wenn es uns also gehet, wie esunserm Vorgänger gegangen ist. Er wardfür uns vom Geist in die Wüste geführt,damit wir nicht denken sollten, wir wärenallein darin. O laßt uns Christi Leidens-sinn anziehen! Ö laßt uns nicht weich wer-den in unserm Muth! wann jene verführischeSchlange im Engelschein zu uns tritt, undspricht: Dreß und das wrll ich dir geben,wenn du nieder fällst und mich anberbest.wer bebarrer, wer Überwinder, der wirdalles ererben.

Trauet euerm Herzen, euerm Muth,eurer Kraft, euerm Licht, eurer Tugend oderTreue doch ganz und gar nicht, sondern wer-det mit mir, wie die kleinen Kinder, die ohneMutter umkommen müßten. Alles das Un-sere taugt nichts, und das Uebrige ist freieGnade, die wir augenblicklich erwarten undnehmen mäßen. Unserm leutseligen Heilandaber können wir nie zu viel zutraüen; zu ihmsoll auch der Elendeste auf pure Gnade hinzunahen, sein Herz und Freundschaft herzlichsuchen, zu ihm bethen ohne Unterlaß, von ihmkindlich abhangen, und sodann alles getrostauf ihn wagen. M! Er ist gen>u; Er wlrdsauch khun in uns und durch uns, was wederwir, noch Mcnschenrbun erreichen würde.

Nun dann, theuerste Seelen ! habt ihrdem tbeuersten Sünderfreund eure Herzenund redliches Iaworr gegeben, wie ibr mir

solches

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