Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
366
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zü6 Geistliche Briefe.

fürchten. Folge sanft und kindlich deinemZug im Umgang oder Zukehr zu GOtt,ohne so genau darauf zu denken, wie dudich darin verhältst. Der HErr weiß schon,was du willst und beäugest, und dein Sinn, B"kewig sein zu bleiben, und immer völliger in ri> ^ihm erfunden zu werden, der ist ihm in JE- Wsu angenehm. Genug! wenn du dir nur Mselbst keine unnöthige ja schädliche Aenqst-lichkeie machest, durch Ueberlegung auf dichselbst, oder durch viel Anstrengung in deiner ^Uebung: ich sage, es ist genug, wann du ,dich dafür ein wenig in Acht nimmst. Uebri- ^gens nimm mit Zustinunung an die Be-schaffenheiten, so wie sie dir gegeben wer-den, sie seyen bloß oder schmackhaft, trau-rig oder freudig, und überlaß dich der Liebe <in allen, und über alle Beschaffenheiten.

Jetzt können leicht bisweilen aus der schwach- Mheit der Natur so einige Aengstllchkeiren ent- ^stehen: du nimmst alles von GOtt an, mit ^möglichster Zufriedenheit, da es dann alles ^Mitwirken muß. Die bloße und unempfind-liche Beschaffenheiten, oder da man so nicht Unviel unterscheiden kann, sind öfters die edelsten.Nur, wie mehr gesagt, hast du nicht nöthig,dich selbst und deine Beschaffenheiten viel zu ^»besehen. Mache cs kindlich, wie du gezogen >t>ejiwirst; mache es, wie du kannst. Siehe un- ».fern süßen Heiland an, der so innigst-nahe OsIst, auch wann du am meisten bloß bist; ^bethe an diesen deinen HErrn und GOtt; Ä;

bewun-