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Geistliche Briefe.
Glaubens rc. Du sichest, was GOtt imAugenblick für Veränderung wirken kann, diewir durch keine Treue, Einkehr, Gewalt rc.erwerben können. Er macht alles in uns zuSchanden und desperat, und dann Hilst eraus Gnaden.
Die Leichtigkeit, welche der Seele durchdie empfindliche Nahheit GOttes mitgetheiltwird, (so daß ihr nichts leichter ist, als dieEinkehr) sollte sie bedeckter Weise können glau-ben machen, daß diese Sammlung, Innig-keit, und Nahheit GOttes in ihrer Gewaltwäre, und sie sich in solche setzen könnte, wiesie wollte. Um dieser und anderer Ursachenwillen ziehet GOtt die Decke wieder ein wenigdrüber, damit die Seele erfahre, es seyGnade, und durch ikr beßtes Einkehren nichtzu erreichen. So viel mehr kannst du nunglauben, GOtt habe es gethan, weil dudirs jetzt selbst nicht geben kannst, wann duwillst. Es bleibe denn alles dem HErrn wie-der gegeben! Inzwischen weißt du ja nun,daß GVcr ist, und zwar derjenige, der-er ist. Ist es gleich noch kein ausgeborner,bleibender Stand der göttlichen Vereinigung;so hat dir doch GOtt eine Gnade erzeigt, diedu in Ewigkeit zu erkennen hast, und die vielein dieser Zeit nicht erlangen, welche besserund treuer sind, als du und ich. Dein Elendund Kleinmüthigkeit hat ihn mehr dazu ge-zwungen, als deine Treue.
Du