Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
118
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H8 Geistliche Briefe.

Der Feind muß recht bange werden, daß ^er dich so anpackt. Er soll doch in Ewigkeit ^nichts an dir haben, denn du gehörest dem ^HErrn zu. Bleib ihm aber auch von seinenGränzen weg, ich will sagen, meide unge- ^scheut alle dergleichen Gelegenheiten. Deine >Schwächlichkeit kann dich genug excusiren, ^dich solcher Liebespflichten jetzt und bei solchen ^Umständen zu entschlagen. Hilft kein Excu- Esiren, dann wollte ichs lieber rund heraus sa- ^gen, daß ich dergleichen Gesellschaften amliebsten vermeiden wollte. Vielleicht hast du E"dich vormals nicht beherzt genug erkläret, ^daß deßwegen die Hoffnung noch nicht ganzerloschen ist; und wenn das wäre, dann ^könnte es die Vorsehung vielleicht noch einmal Gdahin bringen, daß du mit mehrerer Tapfer-keit alles abschneiden müßtest.

Fürchte du nur nichts. Sähest du die ,Macht, die dich umgiebet, du würdest keine .Kreatur, noch feindlichen Anfall so hoch ästi-miren. Durch Furcht machest du dich schwach,und setzest dich gar aus der Ordnung; dasmerkt der Feind, darum sucht er dich zualteriren. Achte aber auch dieses nicht, undtrage solche Alteration und Poltern im Kopfund im sinnlichen Theil, ohne vorsetzlich dar-nach umzusehen, oder es vertreiben zu wollen.

Ein Blick auf den HErrn, daß du ihm treubleiben, und alles aus Liebe zu ihm übertra-gen wollest, ist genug. Stilleseyn und Ver-trauen ist unsere Stärke; dahin muß sich das

Gemüth