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Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
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Geistliche Briefe.

drauf stützet, sonderlich jetzt und für deinePerson, weil sie dich in dir selber aufhalken.Werden dir deine Fehler und Unvollkommen-heiten, mittelbar oder unmittelbar, entdeckt,da mußt du durch Sorgen und Wirken derSache nicht wollen helfen, sondern ruhig indein Elend zustimmen, und dich freuen, eineso schöne Gelegenheit zu haben, dich tieferzu verlaßen, und deine Vollkommenheit inJEsu zu suchen. Dieß thue dann, so gutdu kannst. Entsinke dir und allen deinen Feh-lern. Je weniger Aufenthalt und Stütze duin dir selbst findest, desto besser bist du be-quem, lauterlich auf GOtt zu vertrauen,und deinen Aufenthalt in ihm zu suchen,dessen Name allein in uns muß geheiligetwerden.

Kannst du dich nicht verlaßen , (denndas will der sorgfältige Sinn gern so wirken-der Weise ausrichten) dann trage dich mitStillseyn und Vertrauen. Kannst du dichauch nicht tragen, weil du schwer bist, dannlaß dich fallen, ohne umzusehen, wo duhinfällst, und ohne dich deiner selbst mehranzunehmen. Und dieß ist dann auch dieAntwort auf deine zweite Frage, nämlich:In aller Unruh und Schwermüthigkeit ist dasbeßte Erheben, daß du dich nur fallen läßestund hingibst als eine Sache, die nicht mehrdir, sondern einem andern angehöret, undwofür darum auch nicht mehr du, sondernein anderer sorgen muß und will. Ach! wie

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