7o Geistliche Briefe.
zu scheiden wissen, von dem, was göttliche ^Wahrheit ist.
Ich halte sonst nicht viel darauf, wann dieGemülher so viel von den Stufen im Christen-thum wissen; da die Eigenliebe sich so gern zBloben an setzen und sich in etwas formen will,worein GOtt noch nicht führet. Doch willich diesen Brief auch nicht so angesehen haben,als wenn der eine Staffel auf den andern alle-zeit eben so folgen müßte. Es ist zwar wohl sAetwas daran, aber nicht bei allen Seelen,auch nicht so ordentlich und unterschiedlich: zu Wgeschweige«, daß die ungleiche Beschajftnhei- Wten und das ungleiche Verhalten der Seelen durchmerkliche Veränderungen in den Führungen Mverursachet; GOtt auch nicht mit allen »sieinerlei Absichten hat. !»!
Laßet uns kindlich bei GOtt bleiben im ^Gegenwärtigen, und uns ihm ganz über- "Nlaßen nach dem völligen Maß seiner Gnade ^in uns: bei aller Treue aber , und in allen ^Proben nichts von uns selber, aber alles von ^seiner unendlichen Güte erwarten. Amen, ^5Er thue es! Gedenket meiner als O
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Eures W
Mülheim, schwachen Bruders. §
den 2. Jun. 1741.
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