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Lebensbeschreibung
„sey, als wie du mich fast für einen Mann und„Vater zn halten scheinest, so mir GOtt Lob!„noch nie eingefallen, mich dergleichen etwas an,„zumaßen. Sollte dir etwa dieses, was ich hier„schreibe, als eine affecrirte Demuth Vorkommen,„so muß ich dabei stille seyn, und mich damit„vergnügen, daß mich mein Herz vor GOttes„Angesicht darüber beruhiget, daß ich wahrlich,„und also nach der Wahrheit von mir denke.„Mein GOtt! du weißt es, daß ich mich für„ein armes, schwaches und gebrechliches Rind„erkenne! Es sey mit jederzeit lieb, wann„mich auch andere also erkennen, und nichts„von mir halten. Ob ich aber gleich ein sol>„cher bin, als mich deine Augen sehen: so hast„du mir dennoch gegeben, daß ich dich liebe,„ob gleich viel weniger, als ich sollte, und„unendlich weniger, als du liebenswürdig bist;„daß ich dir traue, daß ich dich und deine„Wahrheit in deinem Licht erkannt habe, und„in dir allein alle meine Seligkeit sehe und„setze- Ist dieses nicht schlecht und recht also„Wahrheit in mir ! O du Prüfer der inner,„sten Winkel meines Herzens!
Noch eine Probe seiner Demuth, in ei-ner sicheren Antwort, die er auf die Frage:Ob man alte und erfahrne Frommen, Va-ter und Mutter nennen dörfe? gab, schreibt
er unter andern: „Daß man aber mich biswei-
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„len ganz unverdient Vater nennet, hat mir im-„mer von Herzen mißfallen, und mich vor GOtt„gebeuget."
Bei einer andern Gelegenheit sagte er:
„Ich achte es mich von Herzen unwürdig, und„es beuget mich, wenn ein Kind GOttes mich„Bruder nennet, geschweige, daß ich den Vater-„namen begehren sollte.
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