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Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
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Lebensbeschreibung

sey, als wie du mich fast für einen Mann undVater zn halten scheinest, so mir GOtt Lob!noch nie eingefallen, mich dergleichen etwas an,zumaßen. Sollte dir etwa dieses, was ich hierschreibe, als eine affecrirte Demuth Vorkommen,so muß ich dabei stille seyn, und mich damitvergnügen, daß mich mein Herz vor GOttesAngesicht darüber beruhiget, daß ich wahrlich,und also nach der Wahrheit von mir denke.Mein GOtt! du weißt es, daß ich mich fürein armes, schwaches und gebrechliches Rinderkenne! Es sey mit jederzeit lieb, wannmich auch andere also erkennen, und nichtsvon mir halten. Ob ich aber gleich ein sol>cher bin, als mich deine Augen sehen: so hastdu mir dennoch gegeben, daß ich dich liebe,ob gleich viel weniger, als ich sollte, undunendlich weniger, als du liebenswürdig bist;daß ich dir traue, daß ich dich und deineWahrheit in deinem Licht erkannt habe, undin dir allein alle meine Seligkeit sehe undsetze- Ist dieses nicht schlecht und recht alsoWahrheit in mir ! O du Prüfer der inner,sten Winkel meines Herzens!

Noch eine Probe seiner Demuth, in ei-ner sicheren Antwort, die er auf die Frage:Ob man alte und erfahrne Frommen, Va-ter und Mutter nennen dörfe? gab, schreibt

er unter andern:Daß man aber mich biswei-

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len ganz unverdient Vater nennet, hat mir im-mer von Herzen mißfallen, und mich vor GOttgebeuget."

Bei einer andern Gelegenheit sagte er:

Ich achte es mich von Herzen unwürdig, undes beuget mich, wenn ein Kind GOttes michBruder nennet, geschweige, daß ich den Vater-namen begehren sollte.

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