n. Theil. I 4 vster Brief. 411
euch zu schwer werden. Euer Aeußeres, undwas damit verknüpft, ist eine Last, die euchMühe und Leiden genug verschaffen wird; ihrdörfet euch keine neue von der Seite GOttesauflegen: vielmehr mäßet ihr von der Seiteein zulängliches Gegengewicht hernehmen,eure andere Lasten mit gutem Much zutragen.
Ihr sollt das Leiden und die Verdrießlich-keiten, die ihr habt, mit gelaßener Unterwer-fung zu tragen suchen; ihr sollt für GOttarbeiten; ihr sollt arm seyn um JEsu willen,und auch nach dem Inneren eure Nichtigkeitund Elend sehen, wie ihrs sehet, und auf dieHülfe des HErrn getrost harren. Wie istsaber möglich, solches alles, und auch nurein einziges dieser Stücke zu thun, so langihr euch mit der betrübten Ungewißheit quä-let : ob ihr auch in der Ordnung GOttesseyd? ja schier glaubet, ihr seyd nicht in der-selben , und es sey GOttes Wille nicht. Et-was leiden und thun mäßen, ohne anders zukönnen, und doch zugleich denken: GOtt willes nicht; wie will man sich da unterwerfen?Das wäre ein recht nagendes Leben, und eineArt der Hölle.
Ich gestehe es zwar, auch eine solche zeit-liche Hölle hätten wir mit unfern Abweichun-gen von GOtt, und Widersirebungen gegenihn verdienet: aber GOtt ist gar zu gütig,daß er die, so sich ihm von Herzen ergeben,M dem Labyrinth einer solchen ängstlichen
Unge-