34o
Geistliche Briefe.
und stehen, reden und schweigen im Tod,und mir einem immerwährenden Aus-gang seiner Gelbst. Immer findet er sichselbst, aber immer verlieret er sich selbst.Wer eingekehrt wandelt, der wird durch dieLiebe ins Sterben geführet; er kriegt in demStück offene Augen, sein eigenes Gelbst zusehen, so gar dafi ers in anderen nicht mehrsehen kann: und ach! daran fehlt es euchauch. Es ist da keine herzliche Fassung, Lie-be und Vereinigung unter einander. Keinerglaubt es mit voller Wahrheit und Einfalt,daß alle andere besser sind, als er selbst. Kei-ner suchet recht was des andern ist. Einjeder besorget sich, aber gar unrecht; manrheilet sich einander nicht brüderlich mit, aufalle Weise. Man schätzet und liebet sich nichtals Kinder GOttes. Man will sich einan-der nicht unrer die Füße legen. Das betrü-bet mich; ja dadurch wird der Geist derGnaden in euch betrübet. Nehmet mehrwahr die Zucht und Leitung dieses Geistesin euch, und laßets nicht auf Ermahnungenvon Außen ankommen; die kommen und ge-hen. Werdet aber Nachfolger GOttes, alsdie lieben Kinder. Viele sehen auf euch daim Hause: ach daß ihr allen ein Licht imHErrn werden möchtet!
Dieses Wenige mit laufender Feder, weitdie Freunde eilen. Schreibe mir doch einjeder insbesondere schlecht und recht, wiees um ihn stehet? damit ich wisse, was
ich
HB
ch--
K,
hm.
!>Ä