Z 26 Geistliche Briefe.
Anlangend dasjenige, was einige guteSeelen zu dir gesagt, nämlich: „Daß, nach-„dem ein Mensch Vergebung seiner Sünden M„erlangt hätte, er nicht wieder in Dürre,„Dunkelheit oder innere Leiden geriet!); M„und wann solches geschähe, er sodann eine D„Sünde müße begangen haben rc." Sol- M/ches habe ich vor diesem selber geglaubet; aber Mseitdem ich solch ein armes, schwaches Kind B igeworden bin, nicht mehr. Daß es bei vie- iB>len die Wahrheit sepn mag, daß sie ihnenihre innere Dürre und Dunkelheiten durch Mwirkliche Untreue verursachen, und solches Mhernach durch Verbildung gewisser innerer iknLäuterungs- und Leidenswege bemäntle» wol-len, kann ich nicht läugnen. Aber hieraus i lm tzeinen allgemeinen Schluß zu machen, und die! Ich,große Wahrheit der höchstnöthigen inneren KLeidenswege begnadigter Seelen nicht ge- Msiehen zu wollen, solches isi eine Strauchlung MAssaphs, und eine Anzeige einer sehr engen stitz,Erkenntniß und Erfahrung in den WegenGOttes. Inzwischen muß man über GOt- dWtes Wege und Führungen nicht disputiren. ^Wann mir einer dergleichen etwas sagen wür- , Ude , mit Application auf meine Person, dem Mwürde ichs ganz einfältig, auch ohne viel ^Untersuchen, glauben: daß ich mir nämlich niiialle innere Leiden durch meine Untreue selberüber den Hals zöge, dann ich mir meiner jMElenden gar zu wohl bewußt bin. Wollte Mman aber einen Schluß auf andere und alle M
leiden-