324
Geistliche Briefe.
und Absicht auf uns selbst, und aufs Aeu-ßcre gekehret stehen; so ist es ja unsere Haupt-Pflicht, und der einzige Weg zum Frieden,daß wir nicht nur bitten, das Her; unszu dir wende; sondern auch, bei stiller Ein-kehr, wahrnehmen, wie sich die treue GÖt-tesliebe, mit ihren Unterweisungen und Lo-ckungen, im Grunde anmeldet, und beständigvon allen anderen Vorwürfen hineinrüset,um alle unsere Gemüthskrafte zu sich zunehmen, damit Er unser einziger Vorwurf,Schatz, Stütze, Leben und ganzes Heilwerde. Welch eine Barmherzigkeit! daßuns GOtt, in JEsus Namen, solch ein innig-naher GÖtt der Liebe geworden ist, undwerden will, wie unwürdig wir auch in unsselbst sind. Weil Er uns dann haben undlieben will, so sollen wir uns ja hingeben,und uns von Ihm besitzen und lieben laßen,damit Er uns, durch seine eigene Liebe, liebens-würdig mache. Er ist es gar. Vor Ihmmäße sich beugen alles, was in uns ist,und seinem Namen allein die Ehre geben inEwigkeit! Amen.
Ich grüße den lieben Bruder herzlich,und befehle mich in sein Andenken vor GOtt;ich begehre ein gleiches zu khun, und verharre
Des geliebten Bruders
Mülheim,den 6. Nov. 1736.
verbundener.
3 ".
Ul
V-
bn
l>e„
Der