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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
296
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2y6 Geistliche Briefe.

die Lust ist in uns, und wir sind in der Luft:GOtr ist uns unendlich näher; wir leben undschweben in GOtt; wir essen, trinken undarbeiten in GOtt; wir denken in GOtr; undwer Sünde lhut (erschrick nicht, daß ich sorede) der sündiget in GOtt. Diese Gegen-wart GOrces ist unbegreiflich; wir könnenund müßen uns kein Bild davon machen,sondern es nur so einfältig glauben. Wiekann dicb aber nun, mein lrebes Herz, einigeäußere Unruhe, Geschäfte oder Menschen vonGOtr zerstreuen, wie du klagest, da du dochimmer in GOtt lebest, und alle Dinge inGOtt sind und geschehen? Sollten wir derSonne vergessen , worin wir leben? Solltenwir nicht an unfern GOtt gedenken, ihnnicht anbethen, lieben und loben, auch mit-ten unter allen Geschafften und Kreaturen,welche in der Gegenwart GOttes geringer sind,als ein Sonnenstäubchen in der Sonne?

So nimm dann alles (die Sünde alleinausgenommen) als von GOtt an; thue alledeine Dinge als vor GOtt und in GOtt,so einfältig und kindlich als du kannst. Undwie man sich freuet, wann die Sonne schei-net, damit man sein Geschähst verrichte; sofreue du dich inniglich darüber, daß du einenso nahen GOtt und Freund bast, in welchemdu an allen Orten, und zu allen Feiten, vonAußen und von Jnnen^ alles verrichten, leben,schweben, sterben und lieben kannst. Nun istzwar GOtt, besagter Maßen, überall gegen-wärtig ;

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