II. Theil. 95ster Brief. 2 Z?
SH. Naturtrieb, welche die lautere G-Ottes-milch nur verschütten und verderben. Derliebe Vater weiß Mittel und Wege, seineKinder leer und arm, klein und sanft zu ma-„ chen, wenn wir uns nur in seine Hand über-lieferen, jo wie wir sind; und da sind wirUp recht geschickt, seine Schooßkmder zu wer-den, wann wir erst bettel-arm geworden sind.Obwohl nun der Weg dahin kein lustiges Dingfür die Natur ist; so sollen wir dennoch GOttim Glauben danken, wann wir den Stern er-Eil» blicken, der uns binab füdrer gen Bethlehem,SM und können uns schon darin üben, daß wirsch bei Zeiten den Lobgesang Maria lernen.Luc. i.-
,s« Um Neujahr Hab ichs gesagt und ge-iU schrieben, ich verbände mich wieder aufs neue«n mit allen Kindern, unsere Bröcklein geist- undM leiblich wir einander zu theilen, und auch indiesem Jahr Lieb und Leid gemeinschaftlich zuM tragen; das wird uns die Welt doch nichtMP wehren. Die kindliche, ungezwungene Liebeunter einander hat gleichwohl was recht Er-M quickliches, ja was Englisches bei sich: aberdie großen und klugen Leute schicken sich daMls so nicht zu, bis sie auch herunter kommen.
, ss Ich bleibe noch sehr matt, liebe Schwe-" ^ ster, und sonderlich krank im Haupt, daherHK mein Schreiben sehr mäßigen muß. GOttlaße nur, auch in diesem Stück, seine Verhei-. ßung in uns erfüllet werden, daß nämlich seine^ Kraft in unserer Schwachheit vollendet werde.